Back to Future Festival 2019

English below:
Ein Festival Wochenende kann schon auch schöner beginnen, als erst einmal nach 5 Minuten auf der Autobahn für 2 Stunden im Stau zu stehen! Da es mir beruflich nicht möglich war, früher zum BACK TO FUTURE FESTIVAL los zu kommen, bin ich leider erst Donnerstag Nacht pünktlich zur Zugabe von THE CASUALTIES angekommen. Daher hab ich den Donnerstag quasi komplett verpasst. Allerdings ein ganz großes Kompliment an dieser Stelle an meinen Kollegen Jens, der mir meine Sachen vorab mitgenommen und das Zelt aufgebaut hat, was zur Folge hatte, dass ich mit einem kühlen Bier den Abend gemütlich beenden konnte.

Der Freitag ging sehr entspannt los und es wurde erst einmal ausgiebig und lange das wunderschöne Waldfreibad von mir unsicher gemacht. Das mit etwa 500 Punkern volle Bad lud zum fröhlichen trinken und feiern und natürlich baden ein und so habe ich auch am Freitag direkt erst einmal ein paar Bands verpasst, bis ich es dann zu FCKR vor die Bühne schaffte. Trotz das die Jungs so früh (ich glaub, es war so 17:30 Uhr) spielten, war es mehr als gut gefüllt vor der Bühne. Ich finde die Band ja schon lange richtig gut und die Texte sind der Hammer. Dazu diese Keyboard Sounds der 1990er Jahre treffen genau meinen Nerv. Es wurde getanzt und hier und da auch eine Flasche Pfeffi rum gereicht, was dazu führte, dass man noch wilder zur Musik tanzte.

Nach FCKR war erst einmal Verschnaufpause angesagt, denn als alter Herr kann man da ja schon schnell mal aus der Puste kommen (Hust).

Nächste Band auf meinem Plan waren dann BAR STOOL BREACHERS aus UK, die einen sehr gelungenen Mix aus Punk, 2-Tone Ska und Reggae spielten. Sänger T.J. hat eine krasse Energie und hat es geschafft, eine wirklich tolle Stimmung zu verbreiten. Bisher hatte ich die Jungs noch nicht gesehen, aber muss sagen, dass diese es echt drauf haben und mich nicht wundern würde, wenn diese noch steil gehen werden.

NASHVILLE PUSSY haben mir dann im Anschluss überhaupt nicht zugesagt und so hab ich in der Zeit einen Abstecher zum Zelt gemacht, um mir meine Instant Nudeln warm zu machen und schön zu reden. Geschmacklich war das ein absoluter Hochgenuss, wenn ihr versteht, was ich meine 🙂

MARKY RAMONE´s BLITZKRIEG wurde ja im Vorfeld schon sehr hochgelobt und ehrlich gesagt gehen mir diese ganzen RAMONES Verschnitte, egal ob das Marky, CJ oder wer auch immer ist, auf den Nerv. Diese ganzen Cover Bands, die meinen, sie wären die Superhelden der Punk Szene kann ich echt nicht mehr ab. So wurde auch um Marky ein riesiges Ding gemacht und live konnte auch er mich überhaupt nicht überzeugen, was aber wohl auch daran liegt, dass ich eigentlich schon immer die RAMONES gehaßt und lieber die SEX PISTOLS abgefeiert habe.

Nur zu gut war dann der Übergang zu LOKALMATADORE! El Fish hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, das Konzert vor etwa 2500 Leuten mit “Wir hassen die Ramones” zu eröffnen. Was hab ich Fish für diese Aktion gefeiert. Die Lokalmatadore gehören ja inzwischen zum Inventar des Festivals und haben wieder einmal über eine dreiviertel Stunde Ruhrpott pur vertreten. Sehr positiv ist mir der Gitarrist aufgefallen, der ja nun schon seit einiger Zeit dabei ist und wirklich gut Schwung in die Band bringt. Lokalmatadore sind einfach immer toll und feire ich immer sehr ab. So wurde dann auch der Bier Konsum etwas mehr und musste mit mir kämpfen, die nächsten Bands noch zu sehen.

Fest vorgenommen hatte ich, mir in jedem Fall noch THE BRIEFS anzuschauen, was ich etwas verspätet auch noch schaffte. Richtig schöner 77´er Punkrock aus den Staaten. So macht dieser Sound echt Spaß. Leider kam die Band auf der großen Bühne nicht ganz so gut an und ich hätte mir gewünscht, sie auf der kleineren Zeltbühne zu sehen, denn da wäre die Stimmung sicher noch mal besser gewesen.

Dank mehreren Runden Mexikaner und weiterem Bierkonsum habe ich es dann leider nicht mehr zu MASKED INTRUDER und PUNKROIBER geschafft. Allerdings ist der Abend dann für mich irgendwo zwischen Festival und Campingplatz morgens um 5 Uhr geendet, nachdem ich noch ein paar sehr nette Leute mit viel Bier kennengelernt hatte 🙂

Der Samstag wurde natürlich im Waldbad mit der absolut geilen PIY PUNKROCK KARAOKE eröffnet und unzählige Punker und Punkeretten durften am Mikrophone zeigen, was sie so drauf haben. Ich habe das Gefühl, die Karaoke kommt von Jahr zu Jahr besser an und hat eine nicht enden wollende Auswahl an Songs auf Lager. Das Waldfreibad macht glaub an diesem Wochenende den Umsatz des Jahres, denn was da alleine im Freibad an Bier weg ging, kann man schon nicht mehr beziffern.

Auch am sonnigen Samstag hat es mich erst spät aufs Festival verschlagen und so war COCKNEY REJECTS die erste Band des Tages, die ich vor der Bühne wahr nahm. Im Vorfeld hatte ich noch EGOTRONIC vom Backstage Platz mitbekommen, haben mir aber ebenso wie in Stuttgart nicht so richtig zugesagt. Auf jeden Fall habe ich ja über mein damaliges Label auch eine LP von den COCKNEY REJECTS veröffentlicht und freute mich um so mehr, die Jungs mal wieder live zu sehen. Großartige Show mit einer wahnsinnig guten Live Performance haben mich sehr positiv überrascht.

Direkt im Anschluss folgten dann PASCOW, auf die ich mich immer sehr freue, denn Alex und die ganze Bande machen eine immer bessere Live Show und so habe ich von der ersten bis zur letzten Minute mitgetanzt und es einfach nur genossen. Für mich zählen Pascow inzwischen zu einer der mich am prägendsten Bands des Deutschpunks. Es gibt ausser Turbostaat, But Alive und Rachuts Bands keine anderen Bands, die mich so bewegt haben. Pascow können nie langweilig werden, egal wie oft man sie hört oder sieht und das macht diese Band so unglaublich toll. Während es dem Ende der Show entgegen ging, zog ein Unwetter auf, was zur Folge hatte, dass nach PASCOW das Gelände komplett geräumt wurde und wegen der schlechten Wetterlage UK SUBS ausfallen mussten. Sehr schade, denn ich hatte mich auf Stephen und Charlie Harper, welche ich ja schon öfters persönlich kennen lernen durfte und auch selber schon veranstaltet habe, gefreut.

Nach etwa einer Stunde dann die Entwarnung und die ersten Klänge, welche sich nach LOIKAEMIE anhörten. Ruckzuck ging es wieder auf das Festival Gelände und schon standen Sie auf der Bühne. Nach so langer Zeit hatte ich endlich mal wieder die Chance, die Band live zu sehen.

Es gibt wohl keine andere Band in Deutschland, die die linke Skinhead Kultur so geprägt hat, wie diese und das war auch am Publikum zu sehen, denn dieses war bunt gemischt und es waren unglaublich viele SHARP Skins da, was mich sehr erfreute. Die Erwartungen meinerseits wurden voll erfüllt und da ich im Vorfeld eine Wette über weitere Shows abgeschlossen hatte, bin ich nun auch um 2 Kästen Bier reicher, denn sie haben sich nach etwa 45 Minuten mit den Worten verabschiedet, dass das nicht das Letzte von ihnen war und sie schon bald zurück sein werden. Ich hoffe ja, dass da ein neues Album und eine zugehörige Tour kommen werden, aber das werden wir ja hoffentlich bald erfahren.

Da ALARMSIGNAL aufgrund eines Todesfalls ihre Show absagen mussten, sind kurzerhand CLOWNS eingesprungen, über welche ich mich sehr freute. Leider hat sich die Bassistin auf Tour die Hand gebrochen und ihr war es unmöglich, die Show zu spielen, so das CLOWNS ohne Bass auf die Bühne kamen und versuchten, das Beste draus zu machen. Leider hat man dem Sound das Fehlen des Basses angemerkt und so hatte man das Gefühl, dass nur Matsch aus den Boxen kommt. Ich denke, die Band hat das selber auch gemerkt und deshalb schon nach 20 Minuten die Show beendet. Schade um die Band, die ich ja ein paar Tage vorher noch in Karlsruhe in Höchstform gesehen habe!

Zu DEEP SHINING HIGH hat es mir dann nicht mehr gereicht, da ich völlig am Sack war und nur noch ins Zelt wollte. Dort angekommen, bin ich innerhalb von Sekunden in einen Tiefschlaf gefallen.

Wer bisher noch nicht auf dem BACK TO FUTURE Festival war, sollte unbedingt einmal vorbei schauen, denn das ist pure Punkrock Wellness mit sehr netten Leuten, tollen Bands und einer super schönen Location inklusive einem Waldbad.

Ein großer Dank geht auch noch raus an die Veranstalter Daniel, Holm und Bocky sowie die gesamte Helfer-Crew, die dieses Festival seit Jahren zu dem machen, was es ist.

Ich werde auf jeden Fall nächstes Jahr wieder kommen und zähle schon jetzt die Tage zum Punkrock Wellness Rückwärts.

Unter dem englischen Text gibt es auch noch ein paar Bilder zum schauen.

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A festival weekend can start more beautiful than standing in a traffic jam for 2 hours after 5 minutes on the motorway! Since it wasn’t possible for me to start earlier for the BACK TO FUTURE FESTIVAL, I arrived on Thursday night in time for the encore of THE CASUALTIES. That’s why I missed Thursday almost completely. But a big compliment at this point to my colleague Jens, who took my things with him and set up the tent, which meant that I could end the evening comfortably with a cool beer.

Friday started very relaxed and first of all I made the beautiful outdoor swimming pool in the forest unsafe. The bath full of about 500 punkers invited me to drink and party and of course to take a bath and so I missed a few bands on Friday, until I made it to FCKR in front of the stage. Despite the fact that the guys played so early (I think it was about 17:30), it was more than well filled in front of the stage. I think the band has been really good for a long time and the lyrics are awesome. The keyboard sounds of the 1990s hit my nerve. There was dancing and here and there a bottle of pepper was handed around, which led to dancing even wilder to the music.

After FCKR it was time to take a breather, because as an old man you can quickly get out of breath (Hust).

Next band on my schedule were BAR STOOL BREACHERS from UK, who played a very successful mix of Punk, 2-Tone Ska and Reggae. Singer T.J. has a blatant energy and managed to spread a really great atmosphere. I hadn’t seen the guys yet, but I have to say that they really have what it takes and I wouldn’t be surprised if they will go steep.

NASHVILLE PUSSY didn’t agree with me at all afterwards and so I made a detour to the tent to warm up my instant noodles and talk nice. Tastewise it was an absolute delight, if you understand what I mean 🙂

MARKY RAMONE´s BLITZKRIEG was already highly praised in the run-up and to be honest, all these RAMONES blends, no matter if it’s Marky, CJ or whoever, get on my nerves. All those cover bands who think they’re the superheroes of the punk scene I can’t stand anymore. So a huge thing was done around Marky and live he couldn’t convince me at all either, which is probably also because I always hated the RAMONES and preferred to celebrate the SEX PISTOLS.

All too good was the transition to LOKALMATADORE! Of course El Fish didn’t miss to open the concert in front of 2500 people with “We hate the Ramones”. What did I celebrate Fish for this action? The local heroes are now part of the festival’s inventory and once again represented the Ruhrpott for more than three quarters of an hour. I noticed the guitarist very positively, who has been with us for some time now and really brings momentum to the band. Local matadors are simply always great and I always celebrate a lot. So beer consumption became a bit more and I had to fight with myself to see the next bands.

I had made it my firm intention to watch THE BRIEFS in any case, which I managed to do a bit late. Really nice 77´er Punkrock from the States. So this sound is really fun. Unfortunately the band didn’t go down so well on the big stage and I would have wished to see them on the smaller tent stage, because the atmosphere would have been even better.

Thanks to several rounds of Mexicans and further beer consumption I unfortunately didn’t make it to MASKED INTRUDER and PUNKROIBER anymore. However, the evening ended for me somewhere between the festival and the campsite at 5 o’clock in the morning, after I met some very nice people with lots of beer 🙂

The Saturday was of course opened in the Waldbad with the absolutely cool PIY PUNKROCK KARAOKE and countless punkers and punkettes were allowed to show on the microphone what they are capable of. I have the feeling that karaoke is getting better every year and has a never-ending selection of songs in stock. This weekend the Waldfreibad is believing the turnover of the year, because you can’t quantify what beer went missing in the outdoor pool alone.

Also on a sunny Saturday I got to the festival late and so COCKNEY REJECTS was the first band of the day I saw in front of the stage. Before I got EGOTRONIC from the backstage, I didn’t really like it, just like in Stuttgart. In any case, I also released an LP from the COCKNEY REJECTS via my label at that time and was so happy about it. Great show with an incredibly good live performance surprised me very positively.

Immediately afterwards followed PASCOW, which I’m always looking forward to, because Alex and the whole band do a better and better live show and so I danced from the first to the last minute and just enjoyed it. For me Pascow have become one of the most influential bands of Deutschpunk. Except Turbostaat, But Alive and Rachuts Bands there are no other bands that moved me so much. Pascow can never get boring no matter how often you hear or see them and that’s what makes this band so incredibly great. As the show drew to a close, a storm came up, which meant that after PASCOW the area was completely cleared and UK SUBS had to be cancelled because of the bad weather. Very sad, because I had myself on Stephen and Charlie Harper, which I was allowed to get to know already several times personally and also already organized, to see.

After about an hour the all-clear and the first sounds, which sounded like LOIKAEMIE. In no time at all I returned to the festival grounds and you were already on stage. After such a long time I finally had the chance to see the band live again.

There is probably no other band in Germany that has shaped the left skinhead culture as much as this one and that was also to be seen in the audience, because this one was colourfully mixed and there were incredibly many SHARP skins there, which made me very happy. The expectations on my part were fully fulfilled and since I had made a bet about further shows in advance, I am now 2 crates of beer richer, because they said goodbye after about 45 minutes with the words that this was not the last of them and they will be back soon. I hope that there will be a new album and an accompanying tour, but hopefully we will find out soon.

Since ALARMSIGNAL had to cancel their show due to a death, CLOWNS jumped in and I was very happy about them. Unfortunately the bass player broke her hand on tour and it was impossible for her to play the show, so CLOWNS came on stage without bass and tried to make the best of it. Unfortunately you noticed the lack of bass in the sound and you had the feeling that only mud was coming out of the speakers. I think the band noticed that themselves and therefore ended the show after only 20 minutes. Too bad about the band, which I saw a few days before in Karlsruhe in top form!

To DEEP SHINING HIGH it wasn’t enough for me then, because I was completely at the bag and only wanted to go into the tent. Arrived there, I fell into a deep sleep within seconds.

If you haven’t been to the BACK TO FUTURE festival before, you should definitely stop by, because this is pure punk rock wellness with very nice people, great bands and a super nice location including a forest bath.

A big thank you goes out to the organizers Daniel, Holm and Bocky as well as the whole helper crew who have made this festival what it is for years.

I will definitely come again next year and already count the days to Punkrock Wellness backwards.