Mit „The Song Forlorn“ legt Peter Morén sein zweites Album unter dem Soloprojekt SunYears vor. Für „The Song Forlorn“, und somit sein zweites Album als SunYears, hält Morén am Konzept seines ersten Soloalbums fest: ausgefeilter Pop/Rock zwischen Power-Pop und Rock im Stil von The Go-Betweens. Das Werk erschien am 21. August auf dem Label Villa und versammelt eine Reihe namhafter Gäste, darunter Lisa Hannigan, Nicole Atkins, Sam Genders, James Yorkston, De Clair und Madison Cunningham.
Das Album hat Höhen und Tiefen, und man sollte es nicht nur nebenbei laufen lassen, sondern sich gezielt darauf einlassen. Für manchen mag sich die Magie erst nach der zweiten Runde auf dem Plattenteller einstellen. Und doch wird schon nach wenigen Takten deutlich, dass Morén hier nicht nach schnellen Effekten sucht. „The Song Forlorn“ ist ein sorgfältig gebautes Album, das auf organische Klangentwicklung setzt. Folkige Gitarren, helle Harmonien und geschichtete Gesangsspuren bilden die Basis für Songs, die von Leben, Melancholie und künstlerischer Leidenschaft erzählen. Morén beschreibt das Schreiben als „Sucht“ und tatsächlich klingt dieses Album nach jemandem, der gar nicht anders kann, als zu schreiben, zu komponieren, zu gestalten.
Musikalisch bewegt sich „The Song Forlorn„ zwischen akustischem Folkpop, melodischem Power-Pop und feinsinnigem Gitarrenrock. Ein Hauch von klassischem Jangle-Pop und melodischem Indie-Rock durchzieht das Album, erinnert an den Geist von Bands wie R.E.M., The Chills und Velvet Crush, während die klare, einprägsame Melodik an Crowded House oder den späten Glanz von Belle & Sebastian erinnert. Moréns Songs verbinden diese Einflüsse zu einem warmen, harmonischen Klangbild, das sowohl nostalgisch als auch frisch wirkt. In „Dark Eyes“ und „Your Dad Was Sad“ paart sich bittersüße Eleganz mit einem leichten 1960er-Schimmer. „The Body“, veredelt durch Nicole Atkins’ Stimme, wirkt wie eine verlorene Single aus einer besseren Radiowelt. „Last Night On The Mountain“ profitiert von Lisa Hannigans und Sam Genders’ Harmoniearbeit, während Madison Cunningham dem Titeltrack „The Song Forlorn“ einen eindrucksvoll emotionalen Schlusspunkt setzt.
Trotz seiner warmen, offenen Atmosphäre ist das Album kein leichtes Nebenbeiwerk. Manche Passagen scheinen bewusst zurückgenommen, fast kontemplativ. Doch gerade dieses Maß an Zurückhaltung verleiht dem Ganzen Tiefe und Glaubwürdigkeit. „The Song Forlorn“ ist kein Versuch, Trends zu bedienen, sondern eine konzentrierte Reflexion über das, was Songwriting im Kern ausmacht: Gefühl, Form, Handwerk. Ein passendes Album für den Herbst.
Peter Morén zeigt mit SunYears, dass reife Popmusik nicht nostalgisch klingen muss, um emotional zu wirken. „The Song Forlorn“ ist vielschichtig, klanglich fein ausbalanciert und in seiner Melancholie wunderbar.
Morén bleibt sich treu, ein Songschreiber, der Melancholie und Leichtigkeit mit seltener Selbstverständlichkeit vereint. „The Song Forlorn„ zeigt ihn auf dem Höhepunkt seines Handwerks: introspektiv, melodisch und handwerklich präzise. Wenn du die harmonische Wärme von The Pale Fountains oder die bittersüße Klarheit von Velvet Crush schätzt, wirst du dieses Album lieben.
Erhältlich ist das Album z.B. bei unserem Partner JPC auf Vinyl und CompactDisk.
Der Tom aka Vinylhippo hat hier bereits sein zweites Review zum Besten gegeben. Danke an dieser Stelle!

