Mit „Frei von all dem hier“ veröffentlichen Brausepöter ein Album, das sehr direkt wirkt und genau weiß, was es sein will. Die Band macht schon lange Musik, doch statt alte Ideen zu wiederholen, klingt diese Platte überraschend frisch und lebendig. Es geht hier nicht darum, modern zu sein oder irgendwo dazuzugehören. Brausepöter spielen einfach das, was sie spielen wollen – ehrlich, laut und ohne sich zu verbiegen.
Die Musik bewegt sich vor allem im Bereich Punk, hat aber auch andere Einflüsse. Manche Songs erinnern an New Wave, andere haben einen funkigen Groove, wieder andere sind eher rau und kantig. Alles zusammen ergibt einen eigenen Sound, der nicht glatt ist, aber genau deshalb Spaß macht. Die Instrumente klingen direkt und echt. Gitarren und Bass treiben die Songs nach vorne, das Schlagzeug hält alles zusammen. Man hört, dass hier eine Band zusammenspielt und nicht einfach Spuren übereinander gelegt wurden.
Auch die Texte sind klar und bodenständig. Sie handeln vom Alltag, von Überforderung, von Genervtsein, aber auch von dem Wunsch, einfach seine Ruhe zu haben. Dabei wird nie erklärt, was man denken oder fühlen soll. Viele Zeilen wirken eher wie Beobachtungen oder kurze Gedanken, manchmal ernst, manchmal mit einem schrägen Humor. Brausepöter nehmen die Welt wahr, wie sie ist, und machen daraus ihre Songs – ohne große Botschaften, aber mit viel Haltung.
Das Album lebt davon, dass es nicht perfekt sein will. Manche Songs gehen sofort nach vorne, andere brauchen etwas Zeit. Genau das macht „Frei von all dem hier“ interessant. Es ist keine Platte für den schnellen Durchlauf, sondern eine, die man öfter hören kann und bei der immer wieder neue Details auffallen. Nichts wirkt austauschbar oder beliebig.
Auf Vinyl kommt die Musik besonders gut rüber. Der Sound ist warm, druckvoll und passt perfekt zur rohen Art der Songs. Man dreht die Platte auf, hört eine Seite durch und merkt schnell, dass dieses Album als Ganzes gedacht ist. Es lädt dazu ein, bewusst zuzuhören und nicht nebenbei etwas laufen zu lassen.
Am Ende ist „Frei von all dem hier“ ein starkes Album für alle, die ehrliche Musik mögen. Keine Hochglanzproduktion, keine Trends, keine Kompromisse. Brausepöter zeigen, dass man auch nach vielen Jahren noch Musik machen kann, die direkt trifft – laut, eigenständig und genau deshalb so überzeugend.

