Beaten Track von Ethiva ist ein Album, das spürbar aus Erfahrung heraus entstanden ist. Man hört der Platte an, dass hier eine Band am Werk ist, die ihren eigenen Stil gefunden hat und sich nicht mehr beweisen muss. Statt sich an Trends oder Erwartungen zu orientieren, geht Ethiva ihren Weg konsequent weiter und präsentiert ein Werk, das vor allem durch Atmosphäre, Spielfreude und Zusammenhalt überzeugt.
Musikalisch bewegt sich Beaten Track im Spannungsfeld zwischen Psychedelic Rock, Progressive Rock und teilweise auch krautigen, fast jamartigen Passagen. Die Songs nehmen sich Zeit, entwickeln sich langsam und leben stark vom Zusammenspiel der Instrumente. Gitarren, Bass und Schlagzeug greifen organisch ineinander, nichts wirkt überproduziert oder glattgebügelt. Dazu kommt der Gesang von Camil Cinnamon, der dem Album eine klare Identität gibt. Ihre Stimme fügt sich nicht nur in die Musik ein, sondern trägt viele Stücke emotional und verleiht ihnen Tiefe.
Der Opener „Rolling Freeze“ ist ein gutes Beispiel dafür, wie Ethiva arbeiten. Der Track baut sich schrittweise auf, beginnt eher zurückhaltend und gewinnt nach und nach an Intensität. Die Instrumente wirken fast so, als würden sie sich gegenseitig antreiben, ohne jemals hektisch zu werden. Der Song vermittelt sofort, dass es auf diesem Album weniger um schnelle Hits geht, sondern um Stimmungen und musikalische Reisen. Mit „Cut The Top“ zeigt die Band eine etwas direktere Seite. Der Song ist kompakter, klarer strukturiert und bleibt schneller im Ohr, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Gerade hier wird deutlich, wie gut Gesang und Instrumente miteinander harmonieren. Der Track wirkt zugänglich, ohne banal zu sein, und eignet sich gut als Einstieg in das Album. „Run Far Away“ fällt durch seine vergleichsweise kurze Länge auf, bringt aber dennoch viel Gefühl mit. Der Song ist melodisch, fast schon nachdenklich, und bildet einen schönen Kontrast zu den längeren, freier aufgebauten Stücken. Er zeigt, dass Ethiva auch in einem kompakteren Format überzeugen kann. Zum Ende hin entfaltet „Summertime“ noch einmal eine besondere Wirkung. Der Track wirkt warm, offen und beinahe versöhnlich. Hier kommt die psychedelische Seite der Band besonders stark zur Geltung. Die Musik atmet, lässt Raum für kleine Improvisationen und klingt lange nach. Als Abschluss des Albums funktioniert der Song hervorragend, weil er das zuvor Gehörte noch einmal zusammenführt.
Als Gesamtwerk ist Beaten Track sehr stimmig. Die Songs stehen für sich, entfalten ihre volle Wirkung aber vor allem im Albumkontext. Man merkt, dass die Reihenfolge bewusst gewählt wurde und dass das Album als Einheit gedacht ist. Es lädt dazu ein, komplett gehört zu werden, ohne Unterbrechungen.
Auf Vinyl gewinnt Beaten Track zusätzlich an Charme. Der warme, natürliche Klang passt hervorragend zur Musik, besonders die Gitarren und der Bass profitieren von der analogen Wiedergabe. Auch das Artwork unterstreicht den Charakter des Albums: unaufgeregt, ehrlich und passend zur Musik. Wieder mal ein schönes Teil von Clostridium Records.
Beaten Track ist kein Album für den schnellen Konsum. Es richtet sich an Hörer*Innen, die Musik entdecken wollen, die wächst und sich mit jedem Durchlauf weiter öffnet. Ethiva liefern hier ein reifes, durchdachtes Album ab, das vor allem durch Atmosphäre, Spielfreude und Persönlichkeit überzeugt.
Erwerben könnt ihr das auf 300 Stück limitierte Album – rot/schwarz marmoriert – natürlich über Clostridium Records. Geht dazu einfach auf den folgenden Link:
ETHIVA – BEATEN TRACK
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

