The Sensitives sind zurück, bzw. waren nie weg. Die äußerst agilen SchwedInnen knüpfen mit der am 20.02. auf Kidnap Music erschienen 5-Track-10″-EP „Ride It Like You Stole It“ nahtlos an das Vorgängeralbum „Patch It Up And Go!“ an. Ja, eben so, als wäre da kein Break von zwei Jahren gewesen, sondern vielmehr so, als wären sämtliche Songs der beiden Releases in der selben Aufnahmesession entstanden.
Fünf Songs voller Spielfreude und guter Laune. Allesamt klingen diese ein klein wie Coversongs. Und was sich hier verständlicherweise negativ liest, ist durch und durch positiv gemeint. Denn alle fünf Tracks gehen so was von dermaßen direkt ins Ohr, dass sie den Eindruck erwecken, ich hab‘ die doch alle schon mal gehört?! Hoher Wiederkennungswert also, im wahrsten Sinne des Wortes. Na gut, an mancher Stelle sind The Sensitives halt schon recht nah dran am Original, sprich an den Landsleuten der Baboon Show – nicht nur weil deren Frontfrau Cecilia Boström in „I’m A Radical“ einen Gastauftritt am Mikro hat. Aber hey! Was bei den einen geradezu vorbildlich funktioniert, soll doch der anderen Nachteil nicht sein?!
Überhaupt gibt’s da so einige Gäste, deren Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde, die aber neben Gesangsbeiträgen auch allerlei illustres Instrumentarium wie Saxophon, Harmonica, Orgel und Violine beisteuern. The Sensitives sind halt schon viel rumgekommen und haben sich dabei offensichtlich auch viele FreundInnen gemacht. Absolut nachvollziehbar, wirkt das Trio halt grundsympathisch und musikalisch kommt dieses Mal auch immer wieder so ein klein bisschen Hillbilly-Einschlag rüber wie z.B. in „I’m A Radical“.
Gefällt mir gut und geht trotz Muskelkater direkt in die Tanzgräten. Gefällt mir auch gut, weil ich (schmunzelnd) das Gefühl nicht los werde, dass The Sensitives irgendwelche Rednecks eher auf die Schippe nehmen wollen, als den Heustadel-Sound zu feiern. Aber egal, was sich jetzt wer wo und wie bei gedacht hat, oder denkt und vielleicht sollte man die Sache auch nicht unnötig kompliziert machen. Letztlich bieten uns The Sensitives auf „Ride It Like You Stole It“ einfach nur einen verdammt hohen Unterhaltungswert an.
Hilfreiche Mittel hierbei sind auf jeden Fall die immerzu euphorisch, partytauglich, aber auch kämpferisch vorgetragenen Vocals. Dann dieser Bass von Palle. Der spielt eben genau jene Heustadel-Läufe, die uns so nach vorne peitschen. Die Drums von Magnus untermauern das mit Leibeskräften und der warme, aber in Zappelphilipp-Manier vorgetragene Vintage-Gitarrensound von Martin tut sein übriges, bzw. sorgt auch für ein anständiges Garagen-Feeling. Die Garage direkt neben der Scheune. Die mit der direkten Durchgangstür.
Tja, und weil der nächste Hahn garantiert auch krähen wird, muss die Party auch irgendwann zu Ende sein. In diesem Fall und sehr zu meinem Bedauern schon nach fünf Songs. Nach vier Partysmashern drosselt das abschließende „Shadow Boxer“ etwas das Tempo, ohne aber an Intensität und gleichzeitigem Fun-Faktor einzubüßen. Wir machen langsam die Lichter aus, aber laut!
Neben dem knalligen Artwork und sowieso natürlich der Musik, finde ich auch das von der Bands bester Freundin Johanna erstellte Fanzine, das der Platte beiliegt, super. Das bietet neben allerlei Tourgeschichten, Songtexten und Bildmaterial von und über The Sensitives auch Kochrezepte oder ein Non-Binary Bingo. Auszugsweise habe ich unten mal drei Fotos des Fanzines beigefügt. Entertainment pur, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Zu ordern am besten direkt bei Tante Guerilla.

