Nach fast einem Jahrzehnt seit ihrem letzten Studioalbum „Sentimentale Jugend“ (2016) melden sich die Italiener von Klimt 1918 mit Àmor zurück – und liefern gleich ihr fünftes Album ab, erschienen am 12. Juni über Prophecy Productions. Wer die Band noch nicht kennt: Ihr Name ist eine Hommage an den österreichischen Maler Gustav Klimt (1862–1918), gegründet wurde die Band bereits 1999 in Rom, ursprünglich sogar aus den Trümmern einer Death-Metal-Band heraus. Heute bewegt sich ihr Sound irgendwo zwischen Post-Rock, Shoegaze und Prog-Rock, mit klaren Einflüssen von Bands wie The Cure, Bauhaus oder Joy Division.
Und genau diese Referenzen merkt man Àmor auch an: Gemischt wurde das Album von Tony Doogan (bekannt für seine Arbeit mit Mogwai und Snow Patrol), das Mastering übernahm Frank Arkwright in den legendären Abbey Road Studios – beide haben schon mit Joy Division, Coldplay und Oasis gearbeitet. Das merkt man dem Sound an: weite, glitzernde Gitarrenwände, viel Hall, dazu die charakteristische, leicht melancholische Stimme von Frontmann Marco Soellner.
Inhaltlich dreht sich das Album komplett um Körperlichkeit, Sehnsucht und Nähe – laut Klimt 1918 selbst entstanden aus einer Zeit der Isolation und sozialen Distanz, als bewusster künstlerischer Gegenentwurf dazu. Der Opener „Dream Core“ und die Videosingle „Aventine“ setzen direkt den Ton: Soellner beschreibt Letzteres selbst als kühlen, kobaltblauen Blick von einem Hügel auf eine schlafende Stadt. Bei „Eros“ – im Übrigen der Top-Track – kommt außerdem ein Gastmusiker mit ins Spiel – Domenico Vellucci am Alt-Saxophon, was dem Track eine ungewohnt jazzige Note verleiht. Sehr persönlich wird es bei „Petricore“: Hier beschreibt Soellner ein Gefühl der Unzulänglichkeit, das ihn sein ganzes Leben begleitet – wie der Geruch nach einem Regenschauer, der sich einfach nicht abschütteln lässt.
Insgesamt umfasst das reguläre Album elf Songs, darunter auch „Nihil Vltra“, „Nexus“, „Un Été Invincible“, „Arcade“, der Titeltrack „Àmor“ selbst sowie die Closer „Aftersun“ und „Mountain“. Wer’s ausführlicher mag: Es gibt auch eine Deluxe-Version mit Bonustracks wie „By the River“ oder „Flumen“, die nur im aufwendig gestalteten 48-seitigen Artbook enthalten sind.
Zu Live-Terminen kann ich aktuell leider nichts Konkretes vermelden – bislang sind keine neuen Tourdaten zu Àmor angekündigt. Zuletzt spielte die Band im Februar als Support für Harakiri For The Sky in Rom, Bologna und Mailand, aber ob und wann eine eigene Headliner-Tour zum neuen Album folgt, ist derzeit offen. Es lohnt sich definitiv, die Band im Auge zu behalten, da auf Bandcamp oder den offiziellen Social-Media-Kanälen Neuigkeiten zuerst auftauchen dürften.
Erwerben könnt ihr das Album von Klimt 1918 sowohl beim Label über den Link, als auch über den Plattenladen eures Vertrauens!
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!
