Was gibt es Geileres als – endlich – in der „besinnlichen Zeit“ des Jahres eine ordentliche Packung Death Metal auf den Plattenteller zu legen?
Ein hämmerndes Geräusch breitet sich aus, nein, es sind keine Kopfschmerzen, kein Pochen von innen gegen die Schädeldecke – es kommt von außen IN meine Ohren.
breathe // die dreht seine Runden und „louder than your peace“ prügelt sich in Höchstgeschwindigkeit in meine Hirnwindungen. Ja, stimmt.
Grindcore landet ja nicht allzuoft beim Vinyl-Keks und so schrie ich laut „her damit“.
breathe // die haben, außer Höchstgeschwindigkeit, eine metallische Gitarre zu bieten, die Vocals sind sehr gut gegrowlt, aber auch geschrien. Das bringt Abwechslung in die Blastbeats.
Die 13 Songs sind kurz und knackig gehalten, zwischen einer und zwei Minuten.
Kurze Gewitter also, danach aber nie Sonnenschein. Es donnert einfach durch. Wie ein Song endet, und selbst wenn der Song mal etwas – nennen wir es ruhiger – endet, knallt der nächste Grind innerhalb von Sekunden in die Ohren. Ich habe im ersten Anlauf so viereinhalb Songs geschafft, am nächsten Tag dann nochmal ein paar und im dritten Anlauf dann das komplette Album.
breathe // die sind wohl nur Ben-John, der Gitarre und Vocals bedient. Dazu Nils, der die Schlagfelle wegfegt. Zwischen Januar und Juli 2025 wurde aufgenommen, gemischt und gemastered. Komplettes DIY-Produkt also. Joscha Bauer hat das Artwork gestaltet.
Als Übergänge zwischen den Songs gibt es auch noch ordentlich Krach auf die Ohren – oder durch die Geschwindigkeit verwischt mein Gehirn vielleicht auch die Übergänge. Für, ich sag mal, ungeübte Ohren ist breathe // die eine fette Packung, schwer, düster, alles wegfegend.
Die guten Momente hat die Musik schon, wenn sie ab und an in andere Genres abbiegt. Abschweifen kann man in der Kürze ja nicht sagen. Da gibt es mal etwas doomiges oder post-hardcoriges, auch der Gesang wechselt mal in etwas manisches, sprechendes. Da steckt also doch mal Melodie drin.
Was mir auch noch auffällt ist, dadurch, dass ich vor gefühlten 30 Jahren das letzte Mal so bewusst Grind gehört habe, dass der Sound irre gut ist. Auch hier scheint eine krasse Fortentwicklung stattgefunden zu haben. Auch wirkt alles nicht mehr so dreckig und zwielichtig, zu simpel und zu böse.
Es sind klar formulierte Lyrics für mehr Menschlichkeit, bzw. das Schlechte des Menschen aufdeckend.
the vendors of violence - leave cold traces in their wake the vendors of violence - stench of despair it was not the wares they sold that drew attention but the absence of anything benign (its) presence (was) felt more than seen the horrors they offer - psychological traps aimed at breaking the victims souls before their bodies fall they extinguish love and with it the pain of losing it the vendors of violence - leave cold traces in their wake the vendors of violence - stench of despair Die Verkäufer von Gewalt – hinterlassen kalte Spuren Die Verkäufer von Gewalt – Gestank der Verzweiflung Es waren nicht die Waren, die sie verkauften, die Aufmerksamkeit erregten, sondern das Fehlen von allem Guten (seine) Präsenz (war) mehr zu spüren als zu sehen Die Schrecken, die sie anbieten – psychologische Fallen die darauf abzielen, die Seelen der Opfer zu brechen, bevor ihre Körper fallen Sie löschen die Liebe aus und damit auch den Schmerz, sie zu verlieren Die Verkäufer von Gewalt – hinterlassen kalte Spuren Die Verkäufer von Gewalt – stinken nach Verzweiflungvendors of violence (mit deepl übersetzt)
Die Band hat viel Text, viel Wut, viel loszuwerden, was ich ja tatsächlich wirklich gut finde.
Die Platte kommt auf schwarz/grau marmoriertem Vinyl mit Texthülle, meine Version.
Es gibt sie wohl in diversen marmorierten Versionen. 500 Stück.
hier ein Live-Clip.

