ELL sind keine Band für den Mainstream – und genau das macht sie so spannend. Ihre Musik ist ein Spiegel ihrer Zeit, ein Soundtrack für alle, die zwischen Melancholie und Aufbruchsstimmung pendeln. Mit „Langweilig“ könnte ELL einmal mehr beweisen, dass sie alles sind – nur eben nicht langweilig. Aber genau da fängt es im ersten Track doch schon an. Sanftmütige Stimme, ein bisschen musikalische Synthie-Begleitung. Das alles sind die Zutaten für diesen Track. Glaubt man! Der Track baut sich auf und verläuft wie eine wellenförmige Linie. Mal ruhig, dann gesanglich wieder mit etwas mehr Druck … das ganze wiederholt sich bis ungefähr zur dritten Minute mit ein paar wenigen weiteren Spielereien, denn da beginnt dann erst der Krach-Pop, von dem bei ELL hier und da berichtet wird und sie sich ja selbst in dem Genre verorten. Schlagzeug und Gitarre sind die beiden wesentlichen Zutaten, die eine Minute das Ende des Tracks beherrschen und auch sonst auf „Langweilig“ zu finden sind.
Weiter geht’s mit „Avril Lavigne“, dem „everybody’s darling“ und der Frage, ob man so sein will wie sie oder eben nicht. Auch hier fällt einem das raue Gitarrenspiel auf. Schon jetzt ne Glanzleistung, wozu zwei Menschen auf der Bühne imstande sind.
Der für mich tatsächlich beste Song folgt auf dem Fuß mit „Salzstreuerin“. Dieser Song ist der Alptraum für all die, die einfach nur blödes Zeug quatschen, davon gibt es ja heutzutage leider zu viele.
„Ohne Dich“ ist dann gesanglich etwas ruhiger und melancholischer, wird aber wieder von einer harten Gitarre begleitet. Ich glaube, da hätte ich tatsächlich ein anderes Setting schöner gefunden. Aber das wird sich sicher auf Konzerten ergeben. Oder eben nicht. Von „Deal“, dem Abschluss auf Seite A bin ich zunächst irritiert, da hier doch gefühlt verschiedenste Stilmittel angewendet werden. Zum Ende hin nimmt der Song aber durchaus an Fahrt auf und irritiert mich dann doch nicht mehr so sehr.
Seite B beginnt mit einem Song, „Mein Körper, meine Entscheidung“ für alle, die zufrieden mit ihrem Körper sind und sein sollen, egal welchen Makel dieser hat. Musikalisch werden sie hier von Kim Hoss begleitet.
„Langweilig“ ist eher was zum Headbangen. Slowcore – Headbanging. Da ist der Songtitel Programm. Der nächste Song „Tiefgarage“ bekommt wieder etwas mehr Drive.
Und last but not least ist „Federleicht“ nochmal ein Song, in denen ELL all ihr Können rein packen und all das, was sie in verschiedenen Songs auf dem Album „Langweilig“ ausgezeichnet haben.
Es ist sicher ein solides und gutes Album und für mich ein starkes Statement gegen all die negativen Aspekte auf und in dieser Welt. Es braucht nicht mal explizite Nennungen, wer oder was in den Texte gemeint ist. Das kann sich jede*r selber aussuchen.
Ihr wollt ELL live sehen?
27.03. Berlin, Schokoladen
28.03. Halle, Objekt5
29.03. Jena, Rosenkeller
03.04. Würzburg, Kellerperle
04.04. Saarbrücken, Studio30
05.04. Oberhausen, Druckluft
09.04. Nürnberg, Desi
11.04. Chemnitz, Aaltra
12.04. Heilbronn, Mobilat
13.04. München, Backstage
24.04. Bremen, Eisen
15.05. Bielefeld, Potemkin
Erwerben könnt ihr das Album ab dem 27.02.2025!
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

