Endlich! Wurde auch Zeit. Hab’s endlich auch mal zum Metal Kultur Verein „Schwarzer Keiler“ Baden-Württemberg e.V., bzw. in dessen „Vereinsheim“, den Schwarzen Keiler, geschafft. Hammer Laden, selbst Rob Flynn von Machine Head sei schon da gewesen und ich kann mir den persönlichen Kommentar nicht verkneifen, wie hart wichtig ich diesen subkulturellen Gegenpol für Deutschlands siebtgrößte Stadt mit all seinen gentrifizierten Ausgehläden und sonstigem Mainstream-Unsinn finde. Ein toller Ort für alle Langhaarigen, die ansonsten kaum Anlaufstellen im Kessel finden. Dabei sind heute zur Double-Headliner-Show der Düsseldorfer Speed Metal-Veteranen Warrant (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Hair Metal-Band aus L.A.) und der Marburger Thrash/Speed Metaller Knife wahrlich nicht nur Metalheads da, sondern durchaus auch zwei, drei Nasen, die ich kenne und die ich nicht unbedingt hier erwartet hätte. Ging denen aber mit mir wahrscheinlich ähnlich. Enttäuscht wurden wir alle nicht, ob Lang- oder Kurzhaarschnitt, denn beide Bands haben ordentlich Arsch getreten.
Warrant eröffneten den Abend und übernahmen den eher traditionellen Part. Lag vielleicht auch daran, dass die Band bereits seit 1983 existiert, was sie auch nicht müde wurde zu betonen, was aber auch nicht bedeutet, dass sie sich auf irgendwelchen vermeintlichen Lorbeeren ausruhte. Auch ohne ihren aus familiären Gründen gestern aus der Tour ausgestiegenen zweiten Gitarristen (ich meine, er hieß Adrian??) gab die nun zum Trio geschrumpfte Band Vollgas. Vielleicht auch aber gerade deswegen, bzw. für Adrian?! Wirklich beeindruckend, weil äußerst ungewöhnlich für diese Art Musik, fand ich den relativ cleanen und natürlich klingenden Gitarrensound des verbliebenen Gitarrenmaestros. Womöglich trug auch dieser Sound auf subtile Art und Weise zu dem bei, was ich oben als „traditionell“ beschrieben habe. Der Mann fiedelte aber auch ohne Gain auf 10 seine Soli astrein runter. Dazu ein technisch, als auch energetisch astreines Geprügel vom Dude hinter den Kesseln. Einzig der Bass hätte für meinen Geschmack etwas lauter sein dürfen, ging er doch im Gesamtsound teilweise unter. Trotzdem: richtig geil und mein Keilerdebüt hat sich jetzt schon gelohnt.
Was aber dann kommen sollte, trieb das ganze auf die Messerspitze. Knife ballerten einfach alles weg und ich hab jetzt noch Nackenschmerzen, bin ich halt einfach kein geübter Headbanger. Speed Metal, Thrash Metal, Black Metal und dann noch das, was ich im Metal mit am meisten mag und mittlerweile auch unter dem Logo „Metalpunk“ firmiert. Sprich: das Quartett hatte auch eine ordentliche und sympathische Assi-Kante zu bieten und ich fühlte mich gerne und quicklebendig an Bands wie Municipal Waste oder Iron Reagan erinnert, wobei Knife den deutlich besseren Leadgitarristen in ihren Reihen haben. Geiles Set, wohl ein gelungener Querschnitt aus allen bisherigen Releases und in Stuttgart gibt’s heute mehr Pommesgabeln als Pommes, die man damit aufspießen könnte. Die Leute feierten hart, bangten hart, hatten hart Spaß und da war es der einzige Wermutstropfen, dass Knife ohne Zugabe von der Bühne gingen. Aber: die Herren scheinen wohl auch ein gesundes Verantwortungsbewusstsein für ihr Publikum zu haben. Noch mehr Kopfschütteln hätte – zumindest in meinem Fall – durchaus zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen können. Es war also gut so wie’s war. Nein! Es war geil so wie’s war!!
Extralob noch an alle beteiligten Mitarbeiter*Innen vom Keiler. Mega entspannt, mega nett, mega gut drauf. Auch das ist nicht unbedingt selbstverständlich, auch wenn es das eigentlich sein sollte. Der Schwarze Keiler also eine Wohlfühloase. Morgen ist Metalflohmarkt. Komm ich glatt vorbei! Und heute noch bekommen mich Pete und Martin davon überzeugt, mit auf’s Wacken zu gehen. Die nächste Premiere also in Kürze, dank der hervorragenden Pionierarbeit von Warrant, von Knife und vom Schwarzen Keiler.
