Das Psychedelic Rock-Quartett Liquid Orbit hat getan, was es im Albumtitel seines vierten Releases beschreibt. Nicht mehr und nicht weniger. Nämlich fünf mal auf Record gedrückt und seine Jam-Sessions aufgenommen. Zusammengefasst erschienen diese bereits im April ’25 auf eben jenem Album „More Spontaneous Floating Rock Creations“. Und das Ergebnis ist insofern aller Ehren wert, weil die spontanen Rockkreationen allesamt durchaus den Charakter von durchdachten Songs und deren Strukturen haben. Andererseits sind da für meinen Geschmack doch auch ein paar Längen zu viel, sprich: Längen, in denen nicht wirklich was passiert, entstanden. Das Album taugt mir deshalb weniger als vollwertiger Hörgenuss, sondern mehr als Hintergrundbeschallung. Ist ja aber auch schön, wenn man beim Spülen Sound im Ohr haben kann.
Eine andere Einsatzoption: Cocktailbars mit Hippie-Touch, dann wohl aber auch als Hintergrundbeschallung. Vor allem der letzte und die B-Seite im Alleingang in Beschlag nehmende Song „While Sylvia Is Repairing The Launch Vehicle Adaptor“ eignet sich da bestens für. So lange kann die Sylvia dafür doch kaum brauchen und selbst der schlurigste Hippiebarkeeper versorgt da seine Gäste gleich zweimal mit Grüntee. Will sagen: ist mir zu lang, auch wenn die Gitarre zwischendrin ein paar wirklich gute Akzente setzt.
„Non-Gravity Hop With No Shoes On“ und „Partir Dans L’Espace“ sind da die etwas anderen Nummern. Das ist kompakter. Das ist besser auf den Punkt gebracht. Und das funktioniert auch auf Platte gut, wohingegen die anderen drei Songs sich doch besser in einem Liveset machen würden, welches Grateful Dead, Ten Years After und Jefferson Airplane zusammen auf einer Krautland-Tour zelebrieren.
Und dann ist da leider noch so ein Punkt, der mich etwas stört. Sylvia Köpke kann durchaus singen, versteht mich da nicht falsch. Nur finde ich ihre Art zu singen zu modern und zu poppig für den Vintage-Sound von Liquid Orbit. Für mich mag das nicht so recht eine sinnvolle und organische Kombination ergeben. Zu konträr sind die beiden Elemente Gesang und Musik.
Unterm Strich bleibt also die Empfehlung für Psychedelic- und Progrock-Freaks, nicht aber für Menschen, die sich dem Genre auf begehbarem Terrain nähern wollen. Pluspunkte gibt es aber noch für das Artwork und die opulente Aufmachung. Im Gatefold und auf 180g schwerem Vinyl in blau oder schwarz könnt ihr euch „More Spontaneous Floating Rock Creations“ am besten direkt bei Clostridium Records ordern.

