So langsam dürften dann auch beim Keks die Altlasten aus 2025 beseitigt sein. Wobei dieser Begriff im Zusammenhang mit der aus dem englischen Stoke-on-Trent stammenden Punks The Thirteenth Turn und ihrem Album „Bokkenrijder“ mal so gar nicht in Ordnung geht. Zur Last fällt hier gar nichts, nein, ganz im Gegenteil! Jedenfalls erschien das Album bereits am 28.11.2025 via Smith & Miller Records und hätte mir damit also auch schon vor rund anderthalb Monaten so richtig gut reinlaufen können. Na dann halt jetzt…
Streetpunk solltet ihr allerdings schon mögen, damit’s auch euch reinlaufen kann. Falls ja, dann knallen euch The Thirteenth Turn hier gleich zwölf mal einen vor den Latz. Mir persönlich knallt es mit „Close The Door“ am meisten. Der Song mag zwar für Punkverhältnisse fast schon Überlänge haben, dafür beinhaltet er aber alles, was The Thirteenth Turn so richtig gut macht. Da kann man mitgrölen, da kann man – sofern vorhanden – den Skinhead schütteln und gute Gitarrensoloarbeit gibt’s on top!
Inhaltlich gibt’s natürlich keine Überraschung, sondern deftige Hausmannskost von der Strasse. Und auf diese zu gehen, wird in „Not Enough Punches“ auch drum gebeten. „…Just leave your fucking keyboard, and take a look outside…“, weil es wohl noch „Not enough punches! Not enough slaps!…“ gegen die „…new disease, that reigns within mankind…“ gerichtet gibt. Und diese Krankheit besteht natürlich, ihr ahnt es schon, aus „…jealousy, religion and lots of power…“. Ja gut, wo sie recht haben, haben sie recht, die fünf Mannen und der Albumtitel wurde demnach ziemlich offensichtlich mit Bedacht gewählt, waren die Bokkenrijder (zu deutsch: Bockreiter) eine um 1730 bis 1780 aktive Räuberbande, die ihre Beute Robin Hood-mäßig an die Armen verteilte. Nach heutigem Maßstab kommen dann wohl Lyrics wie die eben zitierten bei raus. Macht also was draus, oder hört euch zumindest „Bokkenrijeder“ an.
Und zwar dann, wenn euch die Cro-Mags und Agnostic Front so langsam doch ein wenig zu antiquiert rüberkommen. The Thirteenth Turn wirken frisch und glaubhaft so, dass sie auch wirklich Bock haben. Das spürt man, das hört man. Und das dürfte dann wohl auch so ziemlich das Wichtigste bei dieser Art von Musik sein, auch wenn ich den Herren Miret und Co nichts Gegenteiliges nachsagen möchte. Wem das dann zu hemdsärmelig ist… na gut, das kann man dann schon auch verstehen. Alle anderen haben nichts zu verlieren!
Nettes Artwork, auf der Alarmfarbe Rot als Hintergrund ist „Bokkenrijder“ handnummeriert und limitiert auf 300 Stück. Ich gehe zwar davon aus, dass der gute Mirko willkürlich in die Schublade gegriffen und mir die Nummer 104 hervorgezaubert hat. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein und das Ding akribisch den/die Besitzer*in gewechselt haben, so ist ja schon gut ein Drittel weg. Ranhalten wäre dann also die Devise. Am besten direkt bei Smith & Miller Records.

