„Einmal Mond und zurück …“ sangen einst die Sportfreunde Stiller. Dass der Weltraum jedoch mehr zu bieten hat als Star Trek oder Star Wars, zeigt das Label Clostridium Records eindrucksvoll. Denn Andy, seines Zeichens Labelbetreiber, hat so einiges spaciges und abgefahrenes im Clostridium-Repertoire.
Nachdem W3ltr4um – „Th3sp4cej4ms3ssions Volume 1“ noch auf Tonzonen Records erschien, durfte W3ltr4um – „Th3sp4cej4ms3ssions Volume 2“ nun auf Clostridium Records landen.
Würde man alle auf W3ltr4um – Th3sp4cej4ms3ssions Volume 2 enthaltenen Songs auf Vinyl pressen, käme man vermutlich auf eine komplette Box mit vier bis fünf Platten. Improvisierte Jam-Sessions arten in der Regel aus. Clostridium Records reduziert das Ganze jedoch auf ein Album mit insgesamt drei Tracks. Schade Schokolade – aber Gründe dafür wird es wohl geben.
Den Auftakt macht der siebzehnminütige Opener (haha … andere Bands spielen nach 17 Minuten bereits ihren vierten oder fünften Song) „Mylitta Fluctus“. Der Track beginnt vergleichsweise gediegen, steigert sich aber kontinuierlich und entfaltet mit unterschiedlichsten Instrumenten einen regelrechten Strudel. Hier wird sich in einen absoluten Rausch gespielt. Und das funktioniert eigentlich nur am Stück – irgendwann reicht es dann auch. Laut hören sollte man das Ganze sowieso. Beides zusammen ist natürlich ideal.
Es folgt mit „Akatsuki“ ein im Vergleich sehr kurzer Track. Das Wort Akatsuki kenne ich eigentlich aus einem anderen Bereich. Es ist japanisch und bedeutet sowas wie „Morgendämmerung“ oder „Anbruch des Tages“. Akatsuki war eine fiktive Organisation aus Naruto, einer Anime-Serie. Auf der digitalen Variante des Albums befindet sich „Akatsuki“ auf Platz 1. Was nun auch durchaus Sinn macht. Hier beginnt der eigentliche Trip auf „theSpaceJamSessions Part 2“. Den Gitarrensound würde ich einerseits in die orientalische Richtung schieben … andererseits hat es aber auch was japanisch-mystisches. Ganz egal wie es klingt – grandios ist der Track allemal.
Mit diesen beiden Stücken ist Seite A dann auch schon gefüllt. Ich brauche erst einmal eine Weile, um die ersten beiden Tracks zu verdauen – wohlgemerkt im positiven Sinne. Da sich die Platte nicht von selbst dreht, muss ich meinen Tunnel, in den mich W3ltr4um gezogen hat, kurz verlassen. Irgendwie schaffe ich es schließlich doch, mich aufzuraffen und die drei Meter zum Plattenspieler zu schleichen, um Seite B aufzulegen.
Denn dort wartet nur ein einziger Track – dafür ein umso mächtigerer: „Vortex Veneris“. Dieser ist tatsächlich sogar länger als „Mylitta Fluctus“ und bildet den monumentalen Abschluss des Albums.
Das Besondere an diesem Release ist, dass das Album während der extremen Sonnenstürme im Mai 2024 aufgenommen wurde. Digital erschien es bereits im Juli 2024 – dort allerdings mit mehreren zusätzlichen Tracks. Auf Vinyl liegt das Album nun in dieser konzentrierten Drei-Track-Version vor, was dem Gesamterlebnis eine eigene, sehr dichte Dramaturgie verleiht.
Erwerben könnt ihr das Album direkt bei Clostridium Records. Es ist in drei verschiedenen Ausführungen erhältlich: schwarz, clear und marbled.
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!

