Juhuuu, bald ist es wieder soweit. Flo LeBeau wird wieder in meiner Wahlheimatstadt Esslingen spielen. Ich freue mich wie Bolle drauf. zwischenmenschlich, wie auch musikalisch. Wer es also einrichten kann: 05.03. in der Lore. Kommet in Scharen, ihr werdet es nicht bereuen!
So. Werbeblock vorbei, die Sendung beginnt. Der gute Flo ist nämlich nicht nur als Solokünstler unterwegs, sondern auch mit seiner Band – vielmehr seinem Bandkollektiv – Weak Tyrant. Und dieses legte bereits am 12.12.’25 sein Zweitwerk „Island“ auf Klang Wang Records nach. Oder sollte man besser sagen, sein Zweitwerkchen? Denn auch diesmal handelt es sich wie schon beim Vorgänger „To Be Pure“ um eine vier Songs umfassende EP auf 10″. Für mich persönlich zwar das unliebsamste Vinylformat (ohne dass ich euch jetzt genau sagen kann, wieso überhaupt?!), macht der musikalische Inhalt dieses Manko, das nicht wirklich eins ist, aber x-fach wieder wett!
Gleich der Titelsong und Opener in einem ist die für meinen Geschmack bisher stärkste Komposition von Weak Tyrant. „Island“ hat ’ne ordentliche Kante Foo Fighters inhaliert und noch genauer, erinnert mich der Song dank der Gitarrenmelodieführung, oder besser gesagt: genau diese, auch stark an deren Hit „Everlong“. Absicht oder nicht, den Unterschied zwischen – oh ja, man kann getrost in beiden Fällen von Hits sprechen – macht der Gesang. Wo Kollege Grohl mit Enthusiasmus auf Entertainment aus ist, wirkt Flo’s Gesangsstil seit je her und auch hier introvertierter, nachdenklicher, melancholischer, vielleicht auch etwas schüchterner, ohne dabei aber an Intensität einzubüßen. Wie gesagt: starke Leistung in beiden Fällen, auch wenn der Unterschied (vermutlich) klar an den Kontoständen bemessbar ist.
Aber wer braucht schon Geld, wenn er/sie gute Musik auf den Lauschern hat?! Und damit geht es in „Creek“ auch direkt weiter. Das sind nun schon eher wieder die Weak Tyrant, die ich noch vom letzten mal im Ohr hatte. Der Emofaktor nimmt zu und gedanklich bin ich, genauso wie Weak Tyrant ihren Sound selbst einordnen, einer der Fans von Title Fight (bin ich übrigens wirklich!). By the way: auch die Gesangsstile beider Bands haben wieder mehr Gemeinsamkeiten, ebenso wie die bildgewaltigen Lyrics, die mit Hilfe dieser transportiert werden.
„Stuck“ dann und das rockt. Dank der messerscharf geblockten Gitarren lädt der Song auf subtile, kaum merkliche Art zum Kopfnicken ein, ehe dieses zum Refrain hin dann zu einem handfesten Kopfschütteln mutiert. Das behalten wir auch beim finalen „Earth“ bei, um bei der aus intelligent ineinander verwobenen Gitarrenparts bestehenden Bridge kurz verdutzt innezuhalten. Großes Finale dann hinten raus und der Song lässt einen dank seines Abwechslungsreichtums in keinster Weise spüren, dass er mit fast sechs Minuten schon verdammt lang ist für eine Nummer seiner Art.
Bleibt eine fröhliche Stimmung trotz traurig anmutender Musik und ein wenig Trauer, weil einem/einer nur vier Songs zum fröhlich sein vergönnt sind. Wegen mir, liebe Weak Tyrant, dürft ihr also gerne auch mal etwas mehr Musik auf einer Schallplatte eine Nummer größer veröffentlichen!
Vorerst aber allen (kommenden) glücklichen hundert Besitzer*innen der auf schlappe hundert Stück limitierten und handnummerierten EP „Island“ viel Spaß und gute Unterhaltung. Schaut am besten direkt bei Weak Tyrant nach eurem Exemplar.
