Na gut! Wenn noch eine muss, aber denn is‘ Schluss! Man möchte ja zum Jahresabschluss die Bücher schließen, auf Reset drücken, ’nen sauberen Cut machen, whatever… Deshalb nun und finally die letzte Rezi für 2025 vom ollen Riedinger, die tadaaa… den Katalanen Crim und ihrem neuesten Werk „Futur Medieval“ gehört.
Und mit diesem Kracheralbum lassen wir die Korken schon früher knallen als die anderen. 2011 in Tarragona gegründet, versorgen uns Crim seither konstant und zuverlässig mit guten Releases. In Fachkreisen ist die Band deshalb schon längst bekannt und ein Indiz für die inzwischen auch größere internationale Reichweite von Crim könnte sein, dass die weiterhin auf Spanisch vorgetragenen Lyrics auf der doppelseitig bedruckten Innenhülle auch auf Englisch abgebildet sind.
Und weil eben keine Unbekannten mehr, halten wir uns an die Fakten. 13mal ballern uns Crim auf „Futur Medieval“ ihre Mischung aus Streetpunk, Rock’n’Roll und hardrockigen Soli um die Ohren. Mit dem Cover „Presó Mental“ huldigen sie ihren katalanischen Landsleuten und Punk-Urgesteinen Kitsch. Fette Produktion, das braucht’s dann schon bei dieser Art von Musik, ist aber auch vorhanden. Hitpotenzial sowieso, z.B. bei meinem Lieblingssong „Res De Nou“. So geile Singalongs, Leute! Lasst uns das doch mal unter dem Weihnachtsbaum grölen. Da macht das Fest der Freude dann wenigstens halbwegs Spaß!
Grölen, das wäre jetzt auch das einzige, minimal negativ behaftete Wort im Zusammenhang mit „Futur Medieval“. Den grölenden Gesang, den muss man auf Dauer nämlich schon mögen, würde es Crim bei den zuhauf vorhandenen melodischen Parts schon auch mal gut stehen, den Gesang da quasi anzupassen. Ist aber eigentlich weniger Kritik, als viel mehr meine Meinung, ergo: ein gut gemeinter Tipp. Letztlich passt das aber schon und Freund*innen von Cock Sparrer, (dem schwarzen Album von) Rancid und Smoke Blow, ja die wollen das bestimmt auch nicht anders?! Und eins dürfte damit auch klar sein: an Überzeugungskraft, Attitüde und Authentizität mangelt es Crim garantiert nicht.
Ein dickes Lob geht auch an das Artwork raus. Stilistisch treffen sich dieses und der musikalische Inhalt zwar nicht unbedingt und zwingend, aber mächtig wirkt das Bildwerk allemal und zusammen mit dem silber glitzernden Prägedruck wird das Ganze geradezu elegant und erhaben. Und dass dann bei aller Straßenköterbierernsthaftigkeit auch mal eine Prise Humor erlaubt sein darf, zeigt das Bandfoto auf der Gatefold-Innenseite. Die vier Ritter von der Kokosnuss beim Selfie schießen. Einfach herrlich! Kurzum: ein rundum gelungenes Produkt, ein mehr als fetter Paukenschlag zum Jahresabschluss. Und damit zurück in die Redaktion…
Halt! Noch nicht ganz, weil noch das Obligatorische sein muss. Das Album wurde in Koop von Pirates Press Records, HFMN und BCore auf Royal Blue & Hot Pink-Vinyl, oder schlicht in Schwarz veröffentlicht und ist zum absolut fairen Preis z.B. bei jpc zu haben.

