Erstmal kurz zur Einordnung, Das Pack sind so eine Band, die es schafft, gleichzeitig albern und ziemlich treffsicher zu sein. Vieles wirkt beim ersten Hören wie ein gut platzierter Blödsinn und beim zweiten merkt man, dass doch mehr dahintersteckt. Oder anders gesagt, man lacht… und denkt dann kurz danach doch nochmal drüber nach. Mit „Das Weise Album“ spielen sie genau mit diesem Image. „Weise“ klingt nach Lebenserfahrung, nach Tiefgang – und ja, davon ist hier auch mehr drin als früher. Aber keine Angst! Das Ganze wird nicht zur Selbsthilfe-Platte. Dafür sorgen schon die Songtitel. Der Opener „Ein bisschen Liebe“ tut erstmal so, als würde es jetzt gefühlvoll werden. Wird es auch, aber eben auf Pack-Art. Kaum hat man sich gemütlich eingerichtet, kommt schon der kleine inhaltliche Haken. Die Band bleibt sich treu, Gefühle ja, Kitsch nein. „Achterbahn im Eigenheim“ ist dann genau das, was der Titel verspricht, kontrolliertes Chaos. Alles fährt hoch, runter, durcheinander – aber irgendwie bleibt es trotzdem auf den Schienen. Ein Song, der zeigt, wie gut die Band mit Energie und Übertreibung umgehen kann.
Bei „Tennisschuh“ denkt man erstmal, „Alles klar, jetzt komplett durchgedreht.“ Aber wie so oft bei Das Pack steckt im scheinbaren Nonsens doch ein Augenzwinkern Richtung Alltag. Sie nehmen banale Dinge und drehen sie so lange, bis sie plötzlich interessant werden. Richtig spannend wird es mit „Charakter“. Hier hört man deutlich, dass die Band nicht nur Witze machen will. Der Song geht mehr in die Tiefe und stellt die Frage, wer man eigentlich ist, wenn die Bühne aus ist. Weniger Klamauk, mehr Kern und genau das macht ihn so stark. Damit es nicht zu ernst wird, folgt mit „Bruchrechnung in Your Face“ wieder ein Song, der sich selbst nicht allzu wichtig nimmt. Laut, überdreht und ein bisschen drüber, aber genau richtig dosiert, damit das Album nicht ins Grübeln abrutscht. „Sitzen ist Rauchen“ ist dann so ein typischer Pack-Moment. Ein Satz, bei dem man erst schmunzelt und dann denkt, „Ganz falsch ist das nicht.“ Diese Mischung aus Humor und Alltagsbeobachtung gehört einfach zu ihren größten Stärken. Mit „Zu Besuch“ und „Hätt ich mal“ wird es wieder etwas persönlicher. Hier geht es um Situationen, die man kennt. Begegnungen, Entscheidungen, kleine Rückblicke. Das bleibt nahbar, ohne schwer zu wirken.
Und dann gibt’s noch „Sprite gekauft“, ein Titel, der erstmal nach komplett belanglosem Alltag klingt. Aber genau daraus macht die Band wieder etwas Eigenes. Man könnte sagen: Selbst der Einkaufszettel bekommt hier eine zweite Bedeutungsebene. Musikalisch bleibt alles im bekannten Rahmen: druckvolle Gitarren, klare Strukturen, eingängige Refrains. Kein großes Experiment, eher ein gut eingespieltes System. Aber genau das passt. Das Pack wissen, was sie können und nutzen das konsequent aus. Am Ende ist „Das weise Album“ genau das, was der Titel andeutet, nur eben auf ihre Art. Ein bisschen klüger, ein bisschen reflektierter, aber immer noch mit genug Unsinn, um nicht zu verkopft zu wirken. Oder anders gesagt, es ist ein Album, das gleichzeitig schmunzelt und mitdenkt.
Und wenn du dir jetzt das Album kaufen willst, schauste am besten im Shop von Das Pack oder deinem Händler des Vertrauens vorbei.
