Die neue EP von Donner „Zurück ins Elend“ läuft auf 45rpm und ist beidseitig bespielt. Die fünf Songs werden geziert von einem Untergangscover, welches ganz meinen Geschmack trifft. Eine dunkelgraue Masse an Menschen ist am Ende der Strasse, Rauch steigt auf, es wird im Vordergrund geschossen und geprügelt, als wäre irgandwann hier doch mal irgendwie eine Revolution ausgebrochen wegen irgendwas.
Fast ein wenig depressiv aggressiv. Auf der Rückseite dann die Vergrößerung des kotzenden Kerls, ein erbrochener Monatslohn. Oder die Aufregung wegen der verpassten Revolution.
Also alles Quark, was ich schreibe: die Band meint sicherlich all die Menschen, die gerade nur davon sprechen, wie schlimm alles ist, alles geht den Bach runter (sogar das Freibier kostet 1,50€) – und voller Neid sich selbst bereichern (nicht Teil des Artworks).
Das Bild ist übrigens von Christian Wadel (Insta-Link)
Die Songs von Donner sind nicht ganz so revolutionär und ich lass mal dieses Bild weg, während ich mir die Tracks durch die Ohren sausen lasse.
„Skinhead o’Connor“ ist erstmal ein recht seltsamer Songtitel, mit dem es losgeht. Geht auch nicht um Skinheads… hm, müsst ihr mir erklären.
Die vorige Scheibe der Band aus Aschaffenburg „Doch Kaputt“ hatte ich vor ca. zwei Jahren auf meinem Plattenteller liegen. Da war die Band noch nicht ganz reif, was sie hier vom ersten Song an aber wett machen!
Der Gesang ist recht kehlig und ist weniger lebendig, als er sein könnte, dafür haut die Punkmucke voll durch! Bei der Doublebase hatte ich erstmal so einen „Huch“-Moment, doch auch die funktioniert super im Gesamtkontext!
Aus „Doch Kaputt“ machen sie auf diesem Release einen Song namens „Normal kaputt“, welcher aber ein ordentlicher Nackenbrecher ist. Hardcorepunk in-dein-Gesicht.
Die Wut ist spürbar und in 1 Minute 12 voll und ganz ausgedrückt.
Das Cover findet schon auch lyrisch nochmals Erwähnung im dritten Song, der auch der titelgebende Track ist. „Zurück ins Elend“.
Hier hörbar ist ein Refrain, den ich irgendwie schon mal im Ohr hatte, dazu dann – Surprise! – ein Bläsersatz. Sehr cool, tatsächlich. Passt!
Sozusagen sehr deutschpunkige 100 Kilo Herz. Oder Feine Sahne Fischfilet, wie sie mal hätten sein können.
Die fünf Songs sind insgesamt ziemlich cool, allerdings muss man nach knapp 8 Minuten wieder aufstehen, umdrehen und kann dann die zwei Songs „Sellemols“ und „Tresengeschichten“ in 7 Minuten durchhören.
Anspieltipp: bleibt besser gleich stehen und vertretet euch die Pogobeine beim Zuhören!
Donner(nder) Deutschpunk mit Doublebase, ein bisschen Metalgitarren (ein bisschen!), gute Singalongs, ordentlich Wut in den Vocals!
Ich fühl mich öfter an wirklich gute Sachen erinnert – die mir aber gerade nicht einfallen wollen – weil Donner das richtig geschickt machen: sie sind abwechslungsreich und man kann echt gut an den Boxen kleben bleiben!
Erschienen bei Abbruch Records. (der Link führt zu einem Interview auf der Labelseite!)


Skinhead O’Connor war der Arbeitstitel zum Song, der weil uns nichts besseres eingefallen ist und wir das auch irgendwie witzig fanden,beim fertigen Song geblieben ist 😀