Flo LeBeau aus Bern war wieder da und auch wenn heuer nicht ganz so viel los war, wie vor ziemlich genau zwei Jahren in Esslingens gemütlichstem Bistro, der Lore, so hatten doch alle Anwesenden einen spür- und sichtbar schönen Abend. Allen voran der Künstler selber, der mir später bei unserer ganz privaten Aftershowparty an unserem heimischen Esszimmertisch und unter vier Augen sagte, er habe das Gefühl gehabt, dass alle Gäste mit voller Aufmerksamkeit bei ihm, seiner Musik und dem was er – in wie ich finde absolut unterhaltsamer, informativer und sehr persönlicher Manier – zwischen den Songs zu erzählen hatte, gewesen seien. Da ist es doch fast schon egal, wenn noch ein paar Plätze zu vergeben gewesen wären, denn eine bessere Auszeichnung als die volle Aufmerksamkeit des Publikums kann es für eine/n Künstler*In doch kaum geben?!
Die hat er sich aber auch absolut verdient, bereicherte er uns alle doch mit einem kurzweiligen Querschnitt aus all seinen bisherigen Releases und vorab schon mit Material seines im Juli erscheinenden ersten Full Length-Albums „Epilepsy“. Da also jetzt schon mal der Tipp, Augen und Ohren offen zu halten; ich denke, ihr bekommt dann aber auch nochmal einen unübersehbaren Hinweis von mir, wenn es so weit ist ;)!
Neben seinen eigenen, sehr persönlichen und selbstreflektierenden Stücken zwischen den eigenen Unsicherheiten, der Erkrankung an Epilepsie („We Need To Talk“), den Unsicherheiten, die uns die Mächtigen dieser Welt einbrocken und der Welt als Setzkasten („Type Case“, was für eine herrliche Bildsprache!), spielte Flo LeBeau auch zwei Coverversionen. Die eine hat mich doch etwas überrascht und auch zum Schmunzeln gebracht, war aber keinesfalls zufällig gewählt. Im Zuge seiner Zusammenarbeit und Bekanntschaft mit Uli Sailor sei wohl die Idee entstanden, das „Tresenlied“ von der Terrorgruppe zu adaptieren. Auch dieser Song hat neben dem Terrorgruppe-üblichen derben Humor ja durchaus eine recht sensible und persönliche Message zu bieten und fügt sich damit inhaltlich gut in das eigene Repertoire von Flo LeBeau ein. By the way: Uli Sailor und Wick Bambix werden auf Flo LeBeau’s nächstem Release als Gäste zu hören sein. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr.
Der zweite Coversong war auch schon vor zwei Jahren mit dabei und somit nicht ganz so die Überraschung. Und wenn ihr gleich lesen werdet welcher und von welcher Band das war, dann ist dies gemessen an der oben beschriebenen Intimität eines Flo LeBeau-Konzerts noch weniger eine Überraschung. Es handelte sich, tadaaa, um Nirvanas „Molly’s Lips“. Für mich persönlich ein wenig überraschend war aber, dass ich der auserkorene Gast war, der den Song spielen sollte. Dabei hatte ich es mir doch gerade so gemütlich gemacht und mich in der angenehmen Aura eingemümmelt. Na gut, zwei Akkorde auf der Akkuklampfe gingen gerade noch so ungeübt und Flo LeBeau’s einnehmender Gesang dazu stand eh im Vordergrund.
Dann war’s leider auch schon rum und die Gäste verließen peu à peu den Ort des Geschehens, jedoch allesamt mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. Freunde und Verantwortliche blieben noch ein bisschen länger zum gemütlichen Plausch und Flo LeBeau wurde noch zu einer zufälligen Fotosession von Andreas eingeladen. Was man halt so macht an einem Donnerstagabend in einer süddeutschen Kleinstadt. Nein! Natürlich nicht! Es war ein ganz besonderer Abend, in einer ganz besonderen Atmosphäre und deshalb richte ich ein dickes Dankeschön an Flo LeBeau, an Eva und Sabrina und alle Verantwortlichen der Lore und an alle, die da waren. Gerne wieder so! Morgen, übermorgen, oder wenn’s sein muss halt erst in zwei Jahren!

