25 Jahre gemeinsam in einer Punkband?! Das schafft man doch nur, wenn man es schaffen muss, sprich, Profipunkmusiker*In ist. Oder aber, man versteht sich zwischenmenschlich mal so richtig gut. Generation Breakdown aus Dresden. Ich streite das jetzt nicht ab, weil ich es einfach nicht weiß, aber ich glaube, Profis sind die drei nebst all den vertretenen Gästen nicht. Bleibt wohl zweiteres und bereits am 26. September diesen Jahres haben sie uns, vielleicht aber auch sich selbst und ihre Freundschaft, mit einer Jubiläumscompilation via Abbruch Records beschenkt. „25 Years Between Abyss And Underground“ heißt das gute Stück und enthält gleichermaßen unveröffentlichtes Material, altes Material, Demomaterial und „some strange stuff“.
„Anchor Lost“ und „F.T.W.“, zwei unveröffentlichte Stücke gleich am Anfang, die man im Riffing als „Dimple Minds meets Pennywise“ beschreiben könnte. Als Leadgitarrist gesellt sich dann der Typ von Avenged Sevenfold dazu. Klingt nach hoher Kunst, zumindest beim Solieren, und spannend daran ist auch, dass sich das Gitarrenspiel von Börni Slater im Vergleich zu älteren Stücken der Compilation noch mal eine ordentliche Schippe verbessert hat. Schon dafür, um die Schaffensphasen von Generation Breakdown miteinander abgleichen zu können, ist diese Compilation Gold wert. Klar ist Stand jetzt nach zwei Songs auch, dass die Band ihre Version von Punkrock schon seeehr nahe am Metal ansiedelt. Ist nichts Schlimmes, mag ich sogar. Nur tue ich mich ein bisschen schwer damit, den irgendwo im Zusammenhang mit Generation Breakdown aufgeschnappten Begriff „Punk’n’Roll“ mit dem Gehörten in Einklang zu bringen. Zumindest verstehe ich was anderes darunter, ergo: habe ich etwas anderes erwartet.
Bisschen prollig und nicht so ganz meine Tasse Tee sind die Lyrics von so manchem Song. „…The answer’s fucking clear. Fuck off silly cunt. I’ll bringin‘ you a hell you have never seen…“ heißt es da in etwa in „Demon“. Klar, mein Zitatsauszug ist für euch jetzt wohl relativ zusammenhanglos und natürlich schwingt im Gesamten und auch in der Intonation des Songs so ein kleines bissi Wut mit, aber die Sprache an sich ist… na ja, sagen wir, wenigstens die ist „Punk’n’Roll“.
Cool dagegen das Depeche Mode-Cover „Never Let Me Down Again“. Die wohl beste Rockadaption eines Synthpop-Songs seit Guano Apes‚ Version von „Big In Japan“. Ironischerweise ist dieser Song zusammen mit der Eigenkomposition „Razorblade Suzie“ noch am ehesten das, was ich als „Punk’n’Roll“ bezeichnen würde. Letzterer schon auch zu einem großen Stück deshalb, weil im Text ganz schön viel Herzschmerz in ganz schön viel Hochprozentigem ersäuft wird.
Hört man sich „25 Years Between Abyss And Underground“ auf Bandcamp an, so ist das Album dort ganze 18 Songs stark, wohingegen auf das Vinyl nur deren zehn den Weg gefunden haben. Digital gibt es da u.a. noch einen Song namens „Untitled (Real F***ing R’n’R Mix 2002)“, den ich ziemlich stark finde und der sich irgendwo zwischen Scooter und Atari Teenage Riot einpendelt.
Letztlich geht es hier aber darum, das Vinyl zu besprechen und diese Platte zurecht anzupreisen. Alle Fans der Band bekommen hier einen kompakten Überblick über die letzten 25 Jahre Generation Breakdown geboten. Allen Menschen, die gerne „neue“ Rock’n’Roll-Bands entdecken, sei „25 Years Between Abyss And Underground“ aus den gleichen Gründen ebenso wärmstens empfohlen.
Zu haben am besten direkt bei Abbruch Records.

