Am 13.03. erschien das dritte Album „Damaged By Their Silence“ des Baseler Indie-Pop-Trios Malummi und es ist so ein schönes. Auf’s Wesentliche reduziert und doch mit viel Liebe zum Detail. In unaufgeregtem Klangkostüm und doch mit ein paar sountechnischen Extravaganzen versehen. Und mit einer zarten und dennoch gewaltigen Gesangsleistung von Frontfrau Larissa Rapold ausgestattet. Lauter Widersprüche in sich? Mag schon sein, ist aber möglich. Malummi beweisen es euch.
Im Opener „Therapist“ sorgen Malummi für einen seichten, dank der dezenten Surfgitarre fast verträumten Einstieg in das Album. Klar. Sucht man die betiltelte Berufsgruppe auf, so ist auch nicht unbedingt Party angesagt. Sucht man diese Berufsgruppe aber erfolgreich auf, so dürfte dies sich positiv auf die Gemütslage eines Menschen auswirken.
Bei Malummi könnte man meinen, es sei so gewesen, denn schon mit dem zweiten Song „Key“ ist die Band besser in Fahrt und liefert mit Schwung und positiven Vibes einen geradezu aufregenden Kontrast zur vorherigen Nummer. Schon jetzt bin ich ob des dargebotenen Spannungsbogens voll dabei.
In „Adrian“ kommt dann erstmalig das Piano zu mehr Spielzeit und die Darbietung bietet eine fast schon offensichtliche Reminiszenz an Lou Reed’s traurig-schönen Überhit „Perfect Day“. In diesen wurden dereinst ja allerlei Deutungen hineininterpretiert. Doch egal, ob es dabei um die Geliebte und spätere Frau Reed’s, Bettye Kronstadt, oder um das von ihm leider auch geliebte Heroin ging, die Interpretationen waren stets direkt auf intime Bereiche des Künstlers zugemünzt.
Malummi, besser Larissa Rapold, singt ebenfalls über sehr intime Dinge und lässt uns damit direkt an ihrem Leben teilhaben. Dabei deckt sie künstlerisch und gesangstechnisch ein schier unglaubliches Feld zwischen der fast schon kindlichen Unbekümmertheit einer Nina Persson (The Cardigans) und klassischem Gesang – sehr schön in Nummern wie z.B. „Loneliest Heart Of All“ zu hören – ab. Inhaltliche Emotion trifft auf die jeweils passende künstlerische Interpretation. „Damaged By Their Silence“ ist ein ganzes Album voller perfekter Beispiele hierfür.
Eine außerordentliche Gesangsleistung also, die obendrein auf immer wieder geradezu weirde Gitarrenarbeit von Giovanni Vicari trifft. Der Mann nutzt geradezu alle Regionen einer elektrischen Gitarre, um daraus, ja eben weirde Klänge für den Gesamtsound von Malummi herauszukitzeln. Da möchte man Lucas Zibulski an den Drums fast schon dafür gratulieren, dass er dieses opulente Gesamtklangwerk rhythmisch auf einer geraden und damit auch tanzbaren Spur hält. Will ich mir gerne mal live anschauen und -hören. Aus Neugier und weil’s so schöne Musik ist.
Auf Platte, bzw. die Platte, dieses tolle Album „Damaged By Their Silence“, ist z.B. über das verantwortliche Label Mouthwatering Records zu beziehen und allen Menschen, die sich musikalisch zwischen The Velvet Underground & Nico (Ha!), PJ Harvey und The Cranberries pudelwohl fühlen, wärmstens ans Herz gelegt. Ach Quatsch! Das hier gehört nicht in ein Referenzkorsett gezwängt! Ihr mögt Indie-, Folk- und Popmusik? Dann hört euch Malummi an!

