Poppy Ackroyd ist eine britische Komponistin und Pianistin, die vor allem für ihre feinfühlige, minimalistische Instrumentalmusik bekannt ist. Mit „Liminal“ meldet sie sich nun zurück – es ist ihr erstes reguläres Album seit fünf Jahren, nach „Pause“ (2019/2020). Dazwischen lag 2025 noch das Kollaborationsprojekt „Notes on Water“, das sie während der letzten Monate im Leben ihres Vaters, des Künstlers Norman Ackroyd, fertigstellte und kurz nach seinem Tod veröffentlichte. Diese Verlusterfahrung, aber auch andere einschneidende Ereignisse, wie z.B. neues Leben, Liebeskummer oder der Umzug in einen völlig neuen Landesteil prägen „Liminal“ spürbar, auch wenn Ackroyd betont, dass es dabei nicht nur um ihre eigene Geschichte geht.
Musikalisch bedeutet das Album eine Rückbesinnung: Erstmals seit „Feathers“ (2019) setzt sie wieder ausschließlich auf die Kombination aus Klavier und Violine, wobei sämtliche Klänge, von gezupften und gestrichenen Saiten bis hin zu perkussiven Elementen, direkt aus den beiden Instrumenten selbst gewonnen werden. Geschrieben wurde das Album in nur drei Monaten, aufgenommen, produziert und gemischt hat Ackroyd es komplett in Eigenregie; lediglich das Mastering übernahm Matouš Godík. Auch das Artwork ist diesmal persönlich: Erstmals ziert ein eigenes Foto von ihr das Cover, aufgenommen an einem Weihnachtsmorgen aus ihrem Studiofenster – vermutlich auch die Inspiration für den Opener „In the Mist“.
Die acht Stücke, darunter „Shimmer“, „Continuum“, „The Unknown“, „Drift“ und „Weightless“, sind mit rund 40 Minuten Gesamtspielzeit bewusst kompakt gehalten. Kritiker vergleichen ihren reduzierten, unaufgeregten Stil gerne mit Komponisten wie Erik Satie oder Chopin, aber auch mit zeitgenössischen Minimalisten wie Nils Frahm. Interessant dabei: Trotz der schweren Themen Verlust, Umbruch und Trauer wirkt „Liminal“ nie erdrückend, sondern eher tröstlich und hell, fast so, als würde Ackroyd zeigen, dass auch in chaotischen Lebensphasen Schönheit zu finden ist. Sie selbst beschreibt ihren Ansatz so, dass sie das Unperfekte und Chaotische bewusst zugelassen habe, ohne dabei ihren Anspruch an Detailgenauigkeit aufzugeben – wodurch sie, wie sie sagt, die Freude am Musikmachen neu entdeckt habe.
Erschienen ist „Liminal“ bereits am 5. Juni über One Little Independent Records. Für alle, die ruhige, atmosphärische Instrumentalmusik mit emotionaler Tiefe mögen, definitiv einen Blick (bzw. ein Ohr) wert.
Poppy Ackroyd ist im Spätherbst auf Tour und unter anderem in folgenden Städten zu sehen:
09.11.2026 in der Tonne in Dresden
10.11.2026 im Silent Green in Berlin
11.11.2026 im Trafo in Jena
12.11.2026 in der Christuskirche in Bochum (yaaay!)
13.11.2026 in der Halle424 in Hamburg
14.11.2026 in der Feinkost Lampe in Hannover
15.11.2026 im Bunker in Bielefeld
Erwerben könnt ihr das Album beim Label selbst, hier, aber auch beim gut sortierten Plattenhandel eurer Wahl!
Viel Spaß beim Hören und Entdecken.

