Schnuppe beginnen damit, mich als männlichen Teilhaber dieser Gesellschaft erstmal zu exkludieren.
Ganz schön gemein. Und es soll drin sein, was draufsteht.
Aber hey, ich denke, ich komm‘ schon klar.
Scherz beiseite, lasst uns über Musik und Inhalte sprechen und nicht über Befindlichkeiten einzelner.
Schnuppe holen mich mit den ersten beiden Songs nicht wirklich ab.
Sie münden im dritten Song in einer Belanglosigkeit, und ich hab wohl offensichtlich Schwierigkeiten mich auf die Leichtigkeit der Band einzulassen. Als professioneller Melancholiemisanthrop, der ich bin, ist Leichtigkeit ganz schön schwer.
Ich mach das einfach nochmal.
Nadel hoch, auf Anfang, nochmal laufen lassen.
Schnuppe bringen am Ende von Seite eins eine wahrlich überraschend gute Variante von „Rock’n’Roll Freitag“, einem Song von Hans-a-Plast (und Annette Benjamin singt auch noch mit!). Wenn man sich also drauf einlässt, was Schnuppe da machen, hat man wirklich Spaß mit diesem Genre-Mix von NDW, Synth-Pop, Indie-Rock.
Seite zwei hat dann die erhoffte Melancholie. Toll! „Cote d’Azur“, „die Hängengebliebenen“, „Betriebsausflug“ alles ganz formidable Lieder.
Als Abschluß, beste Wahl, dieses Stück an den Schluß zu stellen, „Don’t Babe Me“, ein echter Knaller!
Tolle Instrumentierung.
Gitarre klingt wie ’ne Punk-Klampfe aus den ’80ern, das Keyboard mal Synth, mal Klavier. Klingt super.
Musikalisch finde ich tatsächlich das lebendig Provozierende, die mit viel Spaß vorgetragene Wut, richtig geil.
Am Ende also alles gut für mich. Feminismus macht Spaß.
Hört Schnuppe. Erschienen bei Rookie Records.

