Yodelice mit dem Full Length ist für dieses „über den Tellerrand schauen“ – Review.
Ich war sehr gespannt auf diese Platte, habe mich beim Auspacken direkt gefreut, dass das Cover so klar und trotzdem vielschichtig ist.
Erstmal denkt man, da umarmt sich ein Pärchen, beim zweiten Hinschauen ist es nur jemand, der sich selbst umarmt. Nein, es sind unsichtbare Frauenhände, die einen Männerkopf umarmen. Man sieht einen Hinterkopf und dieses Momentum des Unbekannten wird auch auf der Rückseite des Gatefold-Albums nicht aufgelöst.
Das birgt Spannendes, denke ich, als ich die Platte dann auflege und die Nadel in die Rille!
Ich bin, auch hier, überrascht.
„cutting like a knife“ beginnt mit einem sehr simplen Gitarrenriff und explodiert durch eine repetitive Übereinanderschichtung von Sounds, Riffs und Vocals. Wenn ich so frei sein darf: Depeche Mode fürs 21. Jahrhundert!
In „desire never dies“ verändert Yodelice das Gitarrenriff vom ersten Song und gibt etwas Tempo dazu.
„muse in motion“ wieder ruhiger, Riff erinnert an eine Mischung aus Nirvana’s „come as you are“ im Joy Division Soundgewand.
Es ist also nicht zwingend Neues, was Yodelice, übrigens Franzose und ein Musiker von Kindesbeinen an, uns da präsentiert. Dafür unverblümt und frisch. Auch nicht total übertrieben neu verpackt, das Rad nicht neu erfindend, doch mit den vorhanden Mitteln effektiv und kreativ umgeht.
„in ghostly affair“ bringt er eine herzerweichende Ballade, die im Geiste der elektronischen Anfänge back in the 80s klingt. Melancholisch und ein wenig poppig.
Da ich seine bisherigen Werke nicht kenne, muss ich erhlich gestehen, dass ich sehr neugierig geworden bin, festzustellen, woher er so kommt, wie sich alles entwickelt hat.
In „desert song“ hab ich das Gefühl, es kommt ein Technotrack, stattdessen auf diesen Beat eine Gitarrenmelodie, die sich in ein Solo wandelt und die Wüste via Gitarre in unsere Ohren trägt. Sehr cool.
Ich springe zum letzten Song „hope“, der das Album beschließt. Ein leichter Song, ein wenig poppig, Placebo und The Cure, die Grund-Melancholie schließt die 11 Songs ganz wunderbar ab.
Die meisten Songs bleiben bei oder unter drei Minuten, was wirklich eine sehr gute Länge ist.
Außer der Instrumentierung, die sich am Ende auf Bass, Gitarre und Synthie herunterbrechen lässt, steckt da auch, außer fröhlicher Tanzbarkeit, auch eine gewisse Düsternis drin.
Die Melodiebögen, das kritische Hinterfragen in den Lyrics des Albums „what’s the cure?“ gehört auch mit dazu. Im gleichnamigen Titeltrack geht es um was hinter dem (un)Social Media-Vorhang so steckt; stecken könnte.
Erschienen ist dieses Album bei Spookland und Animal63.

