Die Dortmunder Band BRUCHBUDE hat sich in den letzten Jahren einen Namen in der deutschen Indie-Szene gemacht. Mit ihrer Mischung aus Indie-Rock, Indie-Pop und ehrlichen Texten konnten sie immer mehr Fans für sich gewinnen. Nach vielen Konzerten und Festivalauftritten veröffentlichen sie nun ihr zweites Album „Wer nichts hat kann nichts verlieren“ – und das zeigt, wie sehr sich die Band weiterentwickelt hat.
Schon der Titel macht deutlich, dass es auf dem Album um große Gefühle und persönliche Themen geht. BRUCHBUDE beschäftigen sich mit Hoffnung, Unsicherheit, Selbstzweifeln und dem Wunsch, seinen eigenen Weg zu finden. Dabei wirken die Songs ehrlich und nahbar. Die Band schafft es, persönliche Geschichten zu erzählen, ohne dabei zu dramatisch oder kitschig zu werden.
Die Lyrics, bzw. die Geschichten in den Lyrics, die BRUCHBUDE erzählen, hätten es verdient auf einem Inlay verewigt zu werden – leider findet man die Songtitel nur auf dem Etikett auf der Vinyl.
Musikalisch klingt das Album etwas größer und selbstbewusster als die bisherigen Veröffentlichungen. Die Gitarren haben mehr Druck, die Refrains bleiben schnell im Ohr und die Songs sind abwechslungsreich gestaltet. Trotzdem bleibt die größte Stärke von BRUCHBUDE erhalten: ihr Gespür für gute Melodien. Viele Lieder machen schon nach kurzer Zeit Lust auf mehr und bleiben lange im Kopf.
Besonders gelungen ist die Mischung aus Energie und Gefühl. Einige Songs gehen direkt nach vorne und laden zum Mitsingen ein, während andere eher ruhig und nachdenklich sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Rockstars, das viel Energie mitbringt und sofort gute Stimmung erzeugt. Andere Stücke zeigen dagegen die verletzlichere Seite der Band. Genau dieser Wechsel sorgt dafür, dass das Album über die gesamte Laufzeit interessant und hörbar bleibt.
Auch die Texte wissen zu überzeugen. BRUCHBUDE setzen auf eine klare und direkte Sprache. Dadurch wirken die Songs sehr ehrlich und authentisch. Themen wie Freundschaft, Zukunftsängste, Selbstfindung oder das Gefühl, manchmal nicht zu wissen, wohin der eigene Weg führt, ziehen sich durch das gesamte Album. Viele Zeilen wirken dabei so, als könnten sie direkt aus dem eigenen Alltag stammen. Ein weiterer Pluspunkt ist der gute Zusammenhalt der Songs. Obwohl jedes Lied seinen eigenen Charakter hat, passt alles gut zusammen. Das Album fühlt sich wie eine gemeinsame Geschichte an und nicht einfach wie eine Sammlung einzelner Songs. Dadurch macht es besonders Spaß, das Album am Stück zu hören.
Auch die Produktion ist gelungen. Die Instrumente klingen klar, die Gitarren behalten ihren rauen Charakter und die Songs wirken lebendig. Nichts klingt überladen oder künstlich. Stattdessen bleibt die Energie erhalten, für die BRUCHBUDE auch bei ihren Live-Auftritten bekannt sind. Apropos Live-Auftritte: hier konnten Sie unter anderem als Support von Das Lumpenpack (mit denen es auch einen Collab-Song namens abgefucked gibt) oder Montreal überzeugen.
Natürlich erfindet die Band das Genre nicht komplett neu. Wer viel deutschsprachigen Indie hört, wird einige bekannte Elemente wiedererkennen. Das ist aber kein Problem, denn BRUCHBUDE überzeugen vor allem durch ihre Ehrlichkeit und ihre Persönlichkeit, wie in Der letzte Optimist. Die Musik wirkt echt und nicht wie ein Produkt von der Stange.
Mit Wer nichts hat kann nichts verlieren ist BRUCHBUDE ein starkes Album gelungen. Es verbindet eingängige Melodien mit ehrlichen Texten und schafft es, sowohl zum Nachdenken als auch zum Mitsingen anzuregen. Fans der Band werden hier voll auf ihre Kosten kommen, aber auch Neueinsteiger finden einen guten Zugang.
Kleine Info für diejenigen, die Bochum Total abfeiern: Ihr habt dieses Jahr die Chance BRUCHBUDE live zu erleben! Also hin da! Ich werde als Bochumer natürlich da sein!
Im Übrigen gehen BRUCHBUDE dieses Jahr auf große Tour: Hier geht es zu den Tourterminen!
Zu erwerben ist das Album bei der Band über folgenden Link:
BRUCHBUDE – WER NICHTS HAT KANN NICHTS VERLIEREN
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!
Diese Platte reiht sich in meiner Sammlung zwischen Jacques Brel und BRUIT ein.

