Zwölf Songs in neun Minuten! Auch klar, dass wir es bei Direct Order ’82 nicht unbedingt mit einem Pink Floyd-Ripp-Off oder so was in der Art zu tun haben. Exakt 1:00 Minute ist das Höchste der Gefühle, das uns das Quartett aus New Jersey in einem, nein, in zwei Songs anzubieten hat. Der Rest ist (deutlich) drunter. Na, was wird das dann wohl für ’ne Art Mucke sein?
Richtig! Das hier ist HC-Punk-Geknüppel at it’s best. Schön Old School noch dazu. Irgendwo zwischen den Angry Samoans, Negative Approach und den frühen Poison Idea knallen uns Direct Order ’82 hier einen vor den Latz, dass sich aber mal so alles gewaschen hat. Von Letztgenannten habe ich auch schon mal die Textzeile „Thanks mom, thanks dad, I’ll see you in hell“ gehört, die Direct Order ’82 hier, charmant wie sie sind, in ihren Liner-Notes aufführen.
Na na na, schon bisschen böse den ErzeugerInnen gegenüber, oder? Aber gut, die Band scheint halt schon auch so richtig angepisst zu sein, was sich nicht nur musikalisch, sondern auch textlich eindeutig feststellen lässt. Kurz und knackig – klar bei den Songlängen – bekommt hier so gut wie jede*r sein Fett weg, der/die nicht bei 3 auf den Bäumen ist. So muss das sein in diesem Genre und das gehört dann auch zum guten Ton dabei.
A propos guter Ton: ich mag es ja total, wenn das Demo – dabei handelt es sich nämlich eigentlich bei der hierzulande auf Refuse Records veröffentlichten 7″ „12-Song EP“ – quasi schon die Soundquali eines regulären Releases hat. In diesem Fall also gut, aber nicht zu gut – halt genau so, wie es im HC-Punk sein darf, vielleicht auch soll. Was die musikalische Umsetzung anbelangt, gefallen mir die Drums mit am besten. So richtig schön dumpf und schnell. Dazu noch diese kreischende und Pick Slidende Gitarre, die sich euch in die Gehörgänge fräst, selbiges dann aber durchaus auch mit garagigem Geschrammel massieren zu versteht, ein Bass, der wirklich kaum noch mehr Gain vertragen kann und als Sahnehäubchen gibt’s noch das angepisste Gekeife von Shouter Timsign.
Stilecht und wie es sich für einen echten HC-Release gehört, ist das schwarze Vinyl im Faltcover eingetütet. Der Typ vorne drauf ist jetzt schon Kult und auf dem Textblatt könnt ihr all die literarischen Ergüsse von Direct Order ’82 nachvollziehen. Wie gesagt, Fett weg bekommen wird hier groß geschrieben. Geradezu jeder Songtitel spricht hier eindeutige Bände. Paar Auszüge gefällig? „Annihilate You“, „Fucked Life“, „I Hate Church“, „Reject“, „I Won’t Be What You Want!“. Ganz besonders gut gefällt mir aber das hier aus „Dead Meat“: „Nazi fucks that come around. Fascist punks that act like pigs. I’ll kick you in the fucking teeth. You’re dead meat.“ Noch Fragen?
Gab’s den Spaß letztes Jahr schon auf Tape via Crosshair Records aus eben auch New Jersey, waren jetzt, wie schon geschrieben, Refuse Records dran. In deren Shop könnt ihr das Ding auch easy ordern. Mal ganz ehrlich: wenn sich gleich zwei Labels auf zwei verschiedenen Formaten ein und demselbem Demo annehmen, dann könnt ihr euch doch sicherlich vorstellen, dass das auf jeden Fall neun gut investierte Groschen sind!
