Seit ihrer Gründung in Huntington Beach, Kalifornien, stehen die Dirty Heads für einen ziemlich unverwechselbaren Mix aus Reggae, Hip-Hop, Rock und Alternative. Aus den zunächst eher entspannten kalifornischen Vibes hat sich über die Jahre eine Band entwickelt, die längst weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus bekannt ist. Songs wie „Lay Me Down“ oder „Vacation“ haben ihren Teil dazu beigetragen. Mit „7 Seas“ legen die Dirty Heads nun ihr mittlerweile neuntes Studioalbum vor. Erschienen ist die Platte am 12. Juni 2026 bei Better Noise Music. Und schon beim Opener „Seven Seas“ wird klar, dass die Band nicht vorhat, ihre bewährte Mischung über Bord zu werfen. Entspannte Grooves, sonnige Melodien und dieser typische Dirty Heads Sound machen den Einstieg angenehm locker. Richtig Fahrt nimmt die Platte für mich aber mit „Sound Boy Killa“ auf. Der Song besitzt deutlich mehr Druck, verbindet den Reggae Einschlag mit Hip Hop und rockigen Elementen und gehört für mich zu den stärksten Nummern des Albums. Hier wird aus dem musikalischen Strandkorb dann doch noch eine ziemlich flotte Angelegenheit.
Mit „2 Young“ schlagen die Dirty Heads anschließend eine andere Richtung ein. Der Song lebt von seiner Melodie und bekommt durch den Gesang von Sophia Lynn eine zusätzliche persönliche Note. Statt einfach nur den nächsten Sommerhit rauszuhauen, zeigt die Band hier ihre etwas gefühlvollere Seite. Genau diese Abwechslung tut „7 Seas“ gut. Auf der zweiten Seite wartet mit „BADMAN“ gleich der nächste persönliche Favorit. Gemeinsam mit IRAH geht es hier deutlich druckvoller zur Sache. Der Track hat Ecken und Kanten, bleibt aber trotzdem sofort im Ohr. Ein schöner Beweis dafür, dass die Dirty Heads auch dann funktionieren, wenn die Sonne mal nicht gerade aus dem Plattencover scheint. „Come My Way“ bringt anschließend wieder diesen lässigen Groove zurück. Ein Song, der nicht unbedingt mit dem Vorschlaghammer auf sich aufmerksam machen muss, sondern sich einfach festsetzt. Genau das können die Dirty Heads ziemlich gut. Man hört einen Song zunächst nebenbei und stellt irgendwann fest, dass man längst mitwippt.
Mein fünfter Favorit ist „Old Beach Town“ und der passt schon vom Titel her perfekt ins Dirty Heads Universum. Hier kommt die nostalgischere Seite der Band zum Vorschein. Der Song vermittelt dieses Gefühl von Sommer, alten Erinnerungen und einem Ort, an den man gedanklich jederzeit zurückkehren kann. Zwischen all den Grooves und Beats ist das eine angenehme kleine Verschnaufpause. Auch der restliche Teil von „7 Seas“ hält das Niveau ordentlich. „Future Self“, „Better“, „Stranded“ und das abschließende „One Of Those Days“ sorgen dafür, dass das Album nicht zum monotonen Genre Surftrip wird. Mit zehn Songs und gerade einmal rund 32 Minuten bleibt die Platte außerdem angenehm kompakt.
Was mir an „7 Seas“ besonders gefällt, ist diese Mischung aus Leichtigkeit und Abwechslung. Die Dirty Heads müssen niemandem mehr beweisen, dass sie Reggae, Rock und Hip Hop miteinander verbinden können. Stattdessen spielen sie ihre Stärken aus und würzen das Ganze mit einigen neuen Facetten. „Sound Boy Killa“, „2 Young“, „BADMAN“, „Come My Way“ und „Old Beach Town“ sind dabei für mich die klaren Höhepunkte. Die Vinyl liegt bei mir jedenfalls genau richtig! „7 Seas“ ist keine Platte, die man sich erarbeiten muss. Nadel drauf, Lautstärke hoch und der Sommer darf meinetwegen auch im November noch einmal vorbeischauen. Kalifornische Sonne aus der Rille und davon darf es gerne noch ein paar Umdrehungen mehr geben.
Wer jetzt Bock hat, Sonne auf den Teller zu legen, sollte bei Bandcamp oder dem Händler eures Vertrauens vorbei schauen!

