HIDAS sind ein Instrumental-Doom-Metal-Trio aus München, das mit „A Sense Of Impending Doom“ ein Album vorlegt, welches genau das hält, was der Titel verspricht: eine düstere, schwer lastende Klanglandschaft, die sich wie eine tiefschwarze Welle über den/die Hörer*in legt und kaum wieder loslässt. Die Band besteht aus drei erfahrenen Musikern – Gitarre, Bass und Schlagzeug – und sie bedienen mit ihrem Sound genau jene Zone, in der Doom, Stoner, Black und sogar ein wenig Groove-Metal verschmelzen, um einen drückenden, atmosphärischen und zugleich intensiven musikalischen Strom zu erzeugen. Was auf den ersten Blick wie ein begrenzter Ansatz wirkt – allein Instrumental, ohne Gesang, ohne große Soli – entpuppt sich schnell als Stärke: HIDAS erzählen ihre Geschichte komplett mit Instrumenten, und sie tun dies sehr bewusst, sehr kontrolliert und sehr intensiv.
Die sechs Stücke des Albums entfalten sich in einer Art musikalischem Monolithen. Vom eröffnenden „Dynger“ über das zentral platzierte „Splint“ bis zu „The Riddle“ am Ende ziehen sich massive, bleierne Riffs wie Tonnen durch die Songs, die sich schwer und unnachgiebig mit dem Gehör des Zuhörers/ der Zuhörerin verbinden. Das Schlagzeug schiebt mit der Wucht eines langsam rollenden Gletschers, während Bass und Gitarren eine Wand aus Sound aufbauen, die zugleich organisch und druckvoll ist. Gerade in einem Genre wie Doom, das von Natur aus langsam und atmosphärisch ist, kann leicht der Eindruck von Langeweile oder Einförmigkeit entstehen – doch HIDAS vermeiden das durch geschicktes Songwriting, durch clevere Strukturen und durch ein feines Gespür für Dynamik und Spannung.
Auf „A Sense Of Impending Doom“ wirkt jede Komposition durchdacht, als Teil eines größeren musikalischen Ganzen. Die Band versteht es, mit den Erwartungen des Doom-Genres zu spielen: Es bleibt schwer, es bleibt langsam, aber es wird nie statisch oder eindimensional. Stattdessen verschieben sich subtile Subtexte innerhalb der Songs, wenn sich etwa rhythmische Nuancen verändern oder der Bass in andere Klangtiefen abtaucht. Die Musik atmet dabei mit einer fast schon narrativen Kraft, als würde sie – ganz ohne Worte – Geschichten von bevorstehender Katastrophe, von innerer Dunkelheit und bedrohlicher Nähe zu etwas Unbekanntem erzählen. Dieser erzählerische Impuls macht das Album besonders spannend, weil es nicht nur als Sammlung einzelner Tracks funktioniert, sondern als kohärenter Hörfluss, der den/die Zuhörer*in mitnimmt und nicht mehr loslässt, bis der letzte Ton verklungen ist.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass HIDAS sich bewusst dafür entschieden haben, auf Gitarrensoli zu verzichten, wie man sie vielleicht aus anderen Metal-Subgenres kennt. Stattdessen konzentrieren sie sich auf die Gesamtwirkung der Musik und darauf, jeden Song als eine Art atmosphärischen Block zu formen. Dieser minimalistische, aber intensive Zugang verleiht dem Album Tiefe und lässt den/die Hörer*in noch mehr abtauchen. Es ist Musik, die eine düstere Stimmung nicht nur begleitet, sondern sie intensiviert und ausweitet, sodass man sich als Zuhörer*in in einem akustischen Raum wiederfindet, der gleichzeitig faszinierend und beklemmend ist.
Insgesamt ist „A Sense Of Impending Doom“ ein beeindruckendes Album für alle, die sich auf Doom-Metal einlassen wollen, der mehr ist als nur laut und langsam. HIDAS zeigen mit diesem Werk, wie kraftvoll und vielschichtig instrumentale Musik in diesem Genre sein kann, wie man ohne Gesang und ohne virtuos überbordende Soli dennoch eine faszinierende, dichte Stimmung erzeugt und den/die Hörer*in auf eine dunkle, eindringliche Reise mitnimmt. Wer eine Vorliebe für schwere, atmosphärische, fast meditative Klanglandschaften hat, wird hier eine lohnenswerte Erfahrung machen.
Erwerben könnt ihr dieses auf 400 Stück in weiß mit schwarzem Splatter limitierte sehr schicke Teil natürlich bei Tonzonen Records über den folgenden Link:
HIDAS – A SENSE OF IMPENDING DOOM
Oder im folgenden Link direkt bei der Band: Bandcamp
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!
