Anfang Juni hatten wir mit den Neat Mentals das pure Vergnügen, mit den Amis von MakeWar gemeinsam auf dem Balarock in Bad Laasphe zu spielen. Bis dato war mir das Punkrock-Quartett, stilistisch in etwa zwischen Hot Water Music und den Get Up Kids allenfalls namentlich bekannt, an diesem Tag sollte sich aber alles gravierend ändern. Zwar war es für den poppigen und folkigen Emosound der Band an diesem Tag und mittags um 5 einfach viel zu heiß und die Stimmung wollte – ganz anders als die Gehirne der anwesenden Menschen – nur bedingt überkochen, dafür war die Aftershowparty mit den Jungs umso geiler. Oder habt ihr etwa schon mal einen Apfel geraucht?!
Musikalisch und menschlich also schwer in Ordnung, diese MakeWar und deshalb war es rund vier Wochen später fast schon so was wie Pflicht, deren Show in Oberschwabens Institution Numero Uno, dem Balthes in Ravensburg, zu besuchen. Und eins war sofort klar: in den schummrigen Gewölbekeller vom Balthes passen MakeWar irgendwie besser, als in die Bratpfanne bei 36° Celsius auf dem Open Air.
War ich mit Drummer Martin in den dazwischenliegenden Wochen lose per Handychat in Kontakt, konnte dieser es dann doch kaum glauben, dass wir uns so schnell wieder sehen. Davor hab ich aber erst mal ganz viele andere liebe Menschen aus RV und Umgebung wiedergesehen, die ich teilweise seit Jahren nicht getroffen hatte. Sogar so viele, dass ich die Supportband Chapelle bei deren allererstem Konzert doch glatt verpasst habe vor lauter Schwätzerei. Ärgerlich und Schande über mein Haupt; es soll jedenfalls laut unabhängiger Berichterstattung ein sehr gelungenes Debüt gewesen sein.
MakeWar dann und das ging gleich gut ab. Bei gelungenem Sound, was in diesem Keller immer wieder ein Kunststück ist hinzubekommen, spielte sich die Band in einen wahren Rausch. Das war nicht nur am hohen Energielevel, sondern auch an den strahlenden Gesichtern der vier Jungs erkennbar und sie gaben mehrmals und glaubhaft zu Protokoll, dass dies eine der besten Shows der Tour war. Ich, der ich zwar den zugegebenermaßen hinkenden Vergleich zwischen Show im Freien und Show im Keller hatte, kann das jedenfalls so mal bestätigen.
Freudige Menschen gab es aber halt auch nicht nur auf der Bühne, nein, sondern auch davor. Das Balthes zwar ausverkauft, aber dennoch nicht so, dass man sich gefühlt gegenseitig auf den Latschen stand. Und auch das kann ich bestätigen, hatte ich doch der brüllenden Temperaturen wegen meine Birkenstocks an. Jedenfalls schienen Band und Publikum eine perfekte und sich gegenseitig hochschaukelnde Symbiose einzugehen. So und nicht anders muss das sein! Einzig das mit dem Crowdsurfing schien nicht bei allen gut anzukommen, habe es darüber doch später Beschwerden gegeben. Sorry, aber war halt ’ne Punk Rock Show!
Für mich persönlich eine der besten seit langer Zeit, weil einfach alles so perfekt gepasst hat. Ich bin zwar leider nicht mehr ganz so oft wie früher im Balthes, aber wenn, dann ist es doch immer wieder eine Bereicherung, diese Leute und diesen Laden erleben zu dürfen! Dazu dann MakeWar in Toppform. Perfekt!
Einzig das mit dem Pennen scheint irgendwie schiefgelaufen zu sein, hatten MakeWar doch eigentlich die perfekte Bleibe bei Natz und Egger. Nee, da bleibt man lieber im selbst gemieteten Airbnb, anstatt Urlaub auf dem Bauernhof zu machen. Einzig Tourbegleiter Danny war so schlau und fuhr mit uns auf’s Land. Der Rest der Bande war dann ganz schön neidisch, als er am nächsten Morgen zum Frühstück aufkreuzte. Beim nächsten Mal dann, ihr Lieben, denn ich hoffe doch, ihr kommt ganz bald wieder!
