Aufmerksame Leser*Innen ahnen es schon und eine quasi wissenschaftliche Abhandlung (Wirklich? Die war doch KI-basiert!) dazu, weshalb neben „Rock’n’Roll Baby“ (2019) auch „Rock Out“ 2021 zunächst nur digital erschien, gab es von mir schon im entsprechenden Review. Hat zwar nichts mit der Veröffentlichungsform zu tun, aber dieses mal hätten sich Wolfmother zusätzlich dem beugen müssen, was damals die ganze Welt zum erlahmen brachte. Ihr wisst schon, das kleine, fiese Virus, so die KI. Denn die Aufnahmen zu „Rock Out“ schienen trotz aller gängigen Vorschriften, bzw. unter deren Einhaltung wohl – und man möchte sagen, zum Glück! – möglich gewesen zu sein.
Zehn Songs hat uns Andrew Stockdale, haben uns Wolfmother, dieses mal hingerotzt. Dieses mal aber nur einmal im Alleingang („Upload“), ansonsten unter Mitwirkung anderer Musiker und im direkten Vergleich zu „Rock’n’Roll Baby“ scheint eine große Packung Papiertaschentücher im Studio bereit gelegen zu haben. Soll heißen, „Rock Out“ klingt insgesamt weniger nach Rotz und etwas sauberer produziert, büst dadurch aber nicht an Spontanität und Retro-Charme ein.
Mit eben jenem „Upload“ bieten Wolfmother dieses Mal auch eine waschechte Stadionrocknummer. Voll Hardrock und das Ding muss von Natur aus auch irgendwie etwas glattgebügelter sein. Für mich eines der Highlights des Albums, genauso wie „Only Way“, vielleicht weil beide Songs so ein klein wenig abseits der Wolfmother’schen Norm angesiedelt sind. Außerdem legen Wolfmother, legt Stockdale, auf „Rock Out“ vermehrt wert auf Gitarrensoloarbeit. das liebe ich ja, sowieso, wenn die wie auf dieser Aufnahme schlicht und ergreifend hörbar improvisiert zu sein scheint und dann auch mal ein Tönchen nicht hundertprozentig sitzt. Ansonsten ist das hier einfach die Band, die man eigentlich immer gleich erkennt, obwohl sie doch eigentlich gar nichts Neues macht. Ich mein‘ das nicht unverschämt, nein, ich liebe Wolfmother für das was sie machen!
Ganz viele andere Menschen tun das halt auch und eine Vorstellung Wolfmother’s im eigentlichen Sinne muss hier doch nicht wirklich sein, oder? Falls es doch noch unbedarfte Menschen geben sollte (tststs!): euch sei weiterhin das grandiose und selbstbetitelte Debüt ans Herz gelegt. „Rock Out“ hat aber definitiv auch einen Platz in eurem Plattenschrank verdient und zwar zusammen mit dem zeitgleich am 24.04. auf V2 Records erscheinenden „Rock’n’Roll Baby“.
Und damit und mit der Leseempfehlung für mein Review von „Rock’n’Roll Baby“ entlasse ich euch hiermit schon etwas früher als üblich. Wolfmother hardrocken auf „Rock Out“ und ihr solltet unbedingt dabei sein. Schwarzes, oder aber ein schickes, nein, ein wirklich schickes Hint Of Purple Transparent-Vinyl nebst simplem, aber dennoch schmissigen Space-Artwork.

