Die Hardcore-Band Angel Du$t wurde 2013 in Baltimore gegründet und entstand ursprünglich als Nebenprojekt von Sänger Justice Tripp, der auch Frontmann der Hardcore-Band Trapped Under Ice ist. Während Trapped Under Ice für kompromisslosen Hardcore steht, entwickelte sich Angel Du$t schnell zu einem experimentelleren Projekt. Schon auf früheren Veröffentlichungen begann die Band, Hardcore mit Elementen aus Punk-Rock, Indie-Rock und melodischem Alternative-Rock zu verbinden. Diese Mischung sorgte dafür, dass sich Angel Du$t innerhalb der Hardcore-Szene eine besondere Position erarbeitete: Einerseits bleibt die Energie und Attitüde des Hardcore erhalten, andererseits öffnet sich die Band immer wieder für neue musikalische Einflüsse. Mit ihrem sechsten Studioalbum Cold 2 The Touch aus dem Jahr 2026 führt die Band diese Entwicklung weiter und verbindet aggressive Hardcore-Passagen mit melodischen und experimentellen Momenten.
Bereits der Opener „Pain Is A Must“ gibt einen guten Eindruck von der Stimmung des Albums. Der Song beginnt mit energischen Gitarrenriffs und einem schnellen Rhythmus, der stark an klassischen Hardcore erinnert. Gleichzeitig lassen sich melodische Gitarrenlinien erkennen, die dem Song eine gewisse Eingängigkeit verleihen. Inhaltlich setzt sich der Song mit Schmerz und Frustration auseinander und vermittelt eine düstere, fast resignierte Grundstimmung, die sich durch viele Teile des Albums zieht. Der Titelsong „Cold 2 The Touch“ gehört zu den zentralen Tracks der Platte. Der Song zeichnet sich durch einen treibenden Punk-Rhythmus und einen eingängigen Refrain aus, der schnell im Kopf bleibt. Die Gitarren wirken rau und direkt, während der Gesang zwischen aggressiven Shouts und melodischeren Passagen wechselt. Inhaltlich scheint der Song Kritik an Menschen oder Bands zu üben, die als unecht oder emotional kalt wahrgenommen werden. Dadurch bekommt der Track eine provokative und selbstbewusste Note, die gut zur Attitüde der Hardcore-Szene passt.
Mit Songs wie „I’m The Outside“ und „Jesus Head“ zeigt die Band anschließend eine etwas melodischere Seite. Besonders „Jesus Head“ arbeitet mit groovigen Gitarren und einer fast sonnigen Klangfarbe, obwohl der Text eher melancholische Themen behandelt. Diese Kombination aus musikalischer Leichtigkeit und inhaltlicher Schwere ist typisch für Angel Du$t und sorgt dafür, dass die Songs gleichzeitig zugänglich und emotional wirken. Ein besonders interessantes Stück des Albums ist „Zero“. Hier verbindet die Band Hardcore-Rhythmen mit Gitarrenriffs, die stark an Southern-Rock erinnern. Diese ungewöhnliche Mischung zeigt, wie stark sich Angel Du$t stilistisch geöffnet haben. Der Song bleibt dennoch energisch und verliert trotz der experimentellen Elemente nicht die rohe Intensität, die viele Fans an der Band schätzen. Einer der experimentellsten Momente des Albums findet sich im Song „DU$T“. Das Stück beginnt überraschend ruhig mit akustischen Gitarren und einer fast balladenartigen Atmosphäre. Nach kurzer Zeit bricht der Song jedoch in eine deutlich härtere Passage aus, in der aggressive Gitarren und schnelle Drums dominieren. Dieser plötzliche Wechsel zwischen ruhigen und extrem intensiven Momenten macht den Song zu einem der auffälligsten Tracks des Albums.
Auch im weiteren Verlauf der Platte wechseln sich melodischere und aggressivere Songs ab. „Nothing I Can’t Kill“ und „Man On Fire“ setzen stärker auf eingängige Melodien, während „The Knife“ wieder stärker an klassischen Hardcore erinnert. Besonders der abschließende Song „The Beat“ wirkt wie ein energetischer Abschluss des Albums. Mit schnellen Drums, rauen Gitarren und intensiven Vocals entsteht ein Song, der live vermutlich besonders gut funktioniert und das Album mit einer explosiven Energie beendet. Insgesamt zeigt Cold 2 The Touch, wie sehr sich Angel Du$t im Laufe ihrer Karriere weiterentwickelt haben. Die Band verbindet hier ihre Hardcore-Wurzeln mit melodischen und experimentellen Elementen und schafft dadurch ein abwechslungsreiches Album. Gerade der Wechsel zwischen aggressiven Songs und ruhigeren, experimentelleren Momenten sorgt dafür, dass das Album trotz seiner relativ kurzen Laufzeit spannend bleibt. Dadurch wirkt Cold 2 The Touch wie eine Mischung aus Rückbesinnung auf die Hardcore-Vergangenheit der Band und gleichzeitig ein weiterer Schritt in ihrer musikalischen Entwicklung.
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ANGEL DU$T – COLD 2 THE TOUCH

