Hier und da sprießen kindgerechte Indie-Pop- oder Indie-Rock-Bands und -songs aus diversesten Löchern. Oder es taucht auf einmal eine Kinder-Heavy-Metal – Band auf einem der größten Festivals des Landes auf. Die Baked Beans sind nicht ganz neu, denn Bohnen im Weltraum ist das nun zweite Album der Band. Hauptsächlich machen sie übrigens Indie-Pop als Die Türen.
Das Album Bohnen im Weltraum von Baked Beans ist ein wunderbar schräges Werk, das sich konsequent jeder klassischen Erwartung an ein „normales“ Musikalbum entzieht. Statt klarer Hits oder eingängiger Radiostrukturen bekommt man hier eine Art akustisches Abenteuer serviert – irgendwo zwischen Hörspiel, Kinderplatte und augenzwinkerndem Indie-Pop.
Schon der Einstieg macht deutlich, wohin die Reise geht: Alles wirkt bewusst verspielt, leicht chaotisch und dabei erstaunlich durchdacht. Das zentrale Motiv — eine Reise durchs Weltall — zieht sich wie ein roter Faden durch die knapp 35 Minuten Spielzeit. Dabei sind die Songs oft kurz, teilweise fragmentarisch, und werden durch kleine Interludes oder „Sprachnachrichten“ verbunden. Das sorgt für einen fast filmischen Flow, als würde man einzelnen Szenen einer absurden Weltraumgeschichte lauschen.
Besonders hervor sticht der Titelsong Bohnen im Weltraum, der das Konzept perfekt auf den Punkt bringt: eingängig, verspielt und mit genau der richtigen Portion Unsinn. Auch Asteroidengürtel bleibt im Ohr.
Hier trifft ein treibender Rhythmus auf eine kindlich-fantasievolle Bildsprache, die gleichzeitig lustig und überraschend atmosphärisch wirkt. Ein weiteres Highlight ist Raumschiffkapitän, das fast schon hymnische Züge hat und sich wie der dramaturgische Höhepunkt der Platte anfühlt.
Ganz anders, aber ebenso bemerkenswert ist Ich mach nix, das mit minimalistischem Ansatz und lakonischem Humor punktet. Es zeigt gut, wie die Band es schafft, aus scheinbar banalen Ideen etwas Eigenständiges zu entwickeln. Nussnougatcreme hingegen ist ein Paradebeispiel für den absurden Witz der Baked Beans. Albern, aber nie platt.
Was das Album besonders macht, ist diese Balance: Es funktioniert klar als Kinderunterhaltung, ohne sich dabei musikalisch zu unterfordern. Gleichzeitig steckt genug Ironie und Verspieltheit darin, dass auch Erwachsene ihren Spaß haben können, vorausgesetzt, sie lassen sich auf den Humor ein.
Unterm Strich ist Bohnen im Weltraum kein Album, das man „nebenbei“ hört. Es will entdeckt werden, am besten am Stück. Wer sich darauf einlässt, bekommt eine kreative, eigenwillige und ziemlich charmante Reise durch ein sehr ungewöhnliches musikalisches Universum.
Das Vinyl ist in einem schicken rotorange und auf 100 Stück limitiert. Dazu gibt es ein Fanzine mit Rätseln, Witzen und Pipapo.
Erwerben könnt ihr Bohnen im Weltraum bei Staatsakt über den folgenden Link:
BAKED BEANS – BOHNEN IM WELTRAUM oder bei der Hanseplatte!
Viel Spaß beim Hören und Entdecken.

