Haja, dann stöbern wir halt mal wieder bei uns im Fluent-Board, was es denn noch so zu rezensieren gibt…schade, alles was ich kenne scheint wohl schon vergeben, naja selber schuld, wer zu spät kommt und so…
Also schnell mal in die Sachen reingehört, die ich nicht kenne: „mh…Deutschpunk, ne….mh…zu Jazzig, auch ne…oh, was hören meine Öhrlein denn da? Mhm, mhm, ja, doch, das könnte was sein.“ So bin ich also zu Matsutake von Bismut gekommen. Vorher noch nie gehört gehabt also erstmal etwas Internet-Recherche: Bismut haben schon einige Tonträger auf dem Buckel, Matsutake ist das vierte Album der drei Niederländer. Erschienen ist es bereits im April via Tonzonen Records. Mehr zu dem, was ich recherchiert habe dann im weiteren Text, jetzt erstmal Musik.
Sechs Songs finden sich auf der Platte, die ganz klassisch, wie das bei so Stoner/Doom Bands eben so ist, irgendwas zwischen etwas mehr als zwei Minuten und maximal ca. acht Minuten lang sind. Wobei es nur ein Song unter sechs Minuten geschafft hat. Manchmal stresst mich die schiere Länge solcher Songs – bei Bismut sieht das anders aus. Das liegt daran, dass die ganz interessante, abwechslungsreiche Musik machen.
Das ganze Album ist sehr sauber und ordentlich fett abgemischt, wie sich das für solche Musik in meinen Augen eben auch gehört. Vom ersten Ton an, höre ich zwischen der Batterie an Effektgeräten und Bodentretern und dem sehr stabilen Drumming einen Hauch orientalischer klänge heraus. Zu Beginn sehr zurückhaltend aber vorhanden. Das gefällt mir sehr gut – ich bin da gerade eh auf so nem Trip irgendwie und möchte gerne den ganzen Tag mit einem im Kreis wirbelnden Stofftaschentuch in der Hand durch die Wohnung springen.
Bismut packen hier echt alle Zutaten in die Küchenmaschine, etwas Doom, etwas Psych, etwas Sludge, etwas Oriental, etwas Synth und dann wird das schön alles zusammengerührt – mit ganz viel Gefühl aber, damit der Musikkuchen nachher nicht zusammenfällt. Während ich das so schreibe, frage ich mich, woher die Nahrungsmittelvergleiche kommen – vom Album Titel! „Matusake“ – das klingt für mich wie etwas zu Essen oder Schnaps.
So und hier knüpfen wir an den Internetrecherche Teil an, denn natürlich wollte ich wissen was Matsutake denn nun ist. Und soweit war ich nicht daneben – es ist ein Pilz. Quasi eine Art japanischer Trüffel, selten und teuer. Aaaaaber, so sagt das Internet, geht es bei dem Albumnamen nicht um den Pils an sich, sondern um ein bestimmtes Buch über eben diesen Pils. Und zwar: Anna Tsings Buch Der Pilz am Ende der Welt: Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus. So wisst ihr Bescheid.
Jetzt wieder der Sprung zurück zur Musik um euch völlig zu verwirren.
Hatte ich ja oben schon beschrieben – was aber natürlich auch noch wichtig ist, es handelt sich um ein reines Instrumental-Album. Ich finde sowas zum aktiven Hören eher schwierig aber mag es sehr gerne, wenn solche Alben laufen, während ich andere Dinge mache.
Schön ist auch der immer wieder stattfindende Wechsel zwischen klassischen Stonerig-doomigen Teilen und verträumten ruhigen Parts. Das Schlagzeugspiel finde ich hier besonders erwähnenswert – hier wird nämlich die Abwechslung produziert.
Kurzum, wer auf Stoner, Doom, Psych kram ohne Gesang steht, der/die ist hier absolut gut bedient und sollte sich eine der auf 500 Stück limitierten Platten ergattern, Die sehen übrigens aus wie der Andromedanebel – sehr hübsch. Sowohl Platte als auch Cover passen super zu Mucke und geben ein ordentliches Gesamtbild ab!
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