Bei diesem Album handelt es sich um ein sehr schönes Schätzchen Vinyl. Es handelt sich dabei um das Debüt von Rosa Hoelger und ich freue mich wirklich sehr über die Platte und dass ich sie besprechen darf. Musik, wie sie Rosa Hoelger macht begegnet mir in letzter Zeit recht häufig und sogar auf den Social Media Plattformen. Ich weiß nicht, ob das so nen Bubble Ding ist, vermutlich. Egal, ich freue mich über diese klugen und witzigen Texte und einfach gute Musik und dass es davon so viel gibt.
Und ein Loblied über „Gummistiefel“ ist natürlich klug und witzig und dann schafft es Rosa Hoelger auch noch Melancholie mit hineinzumischen. Das sind ja die drei wichtigsten Komponenten bei einem guten Song dieser Art und diese drei Komponenten sind auch der Grund weshalb ich so wagemutig war das Album in die Schublade Liedermacherinnen einzuordnen. (Und vielleicht auch, weil wir dieses Genre dringend entstauben und vom „AWM-Charme“ befreien müssen, weil an diesem Charme ja absolut nix mehr charmant ist. Deswegen LiedermacherINNEN. Aber ich schweife ab.) Und auch der nächste Song „Sterne Sehen“ erfüllt meine drei Bedingungen. Er füllt den Gedanken der Achtsamkeit, des im Moment seins mit einer ordentlichen Schippe Revolution, wenn die Straßenlaterne aus der Fassung gedreht werden, Spiegel, Waagen und Wecker entsorgt werden. Ein zarter Systemsturz um endlich mal wieder die Sterne zu sehen. Das unterstütze ich. Und es überrascht mich hier gar nicht, dass Dota Kehr bei diesem Song mitgewirkt hat, genauso wie bei „Dieses verdammte Gefühl“.
Und wo ich sowieso schon bei Namedropping bin, wenn ihr gerne Karl die Große oder Paula Paula, oder eben Dota hört, dann seid ihr bei Rosa Hoelger genau richtig. Vielleicht ist Rosas Sound ein bisschen roher, manchmal. Manchmal aber euch zart. Manchmal sind Texte dabei, die so zerbrechlich klingen und so wunderschön sind für etwas „schaurig(es) und traurig(es)“ wie in „Papa wach auf“.
Und Situationen wie in „23 WOW“ kennen viel zu viele Frauen und verstehen viel zu wenige Männer. „Warum will ich nicht unhöflich sein zu wem// der nicht weiß was Höflichkeit ist“, diese Frage haben sich schon viel zu viele Frauen gestellt, viel zu oft. Braucht es darüber jetzt noch ein Lied, fragen manche. Ja, das braucht es.
Und diese Versammlung an Songs die so vielseitig sind, die braucht es auch. Hört da mal rein. Und wie immer, wenn ihr Künstlerinnen unterstützen wolt, dann kauf den Tonträger (hier), Konzerttickets (hier gibt´s Ankündigungen) oder auch Merch. Und hier gibt´s auch noch nen Newsletter und vieles mehr von Rosa.

